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Entstehen wie Beseitigen der Täuschung sind beides Täuschungen.

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Der ZEN-Meister Nyogen Senzaki (Japan/USA) !

"Buddha begründete eine Religion, die das freie Denken ermutigt, anstatt den Geist dazu zu zwingen, sich innerhalb eines eng begrenzten Glaubensbekenntnisses zu tummeln."
aus dem Buch: Verrückte Wolken, Zen-Meister, Zen-Rebellen

Nyogen Senzaki wurde im Oktober 1876 auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka geboren und starb am 7. Mai 1958. Seine Mutter war eine Japanerin und über den Vater weiss man fast nichts - wahrscheinlich war er Russe. Gleich nach der Geburt wurde er von seiner Mutter weggegeben und ein reisender buddhistischer Priester adoptierte ihn. Somit erhielt er in der Folge eine gute Ausbildung. Mit 5 Jahren studierte er schon die chinesischen Klassiker und bis zum 18. Jahr hatte er die vielbändige chinesiche Tripitaka vollständig gelesen. Als sein Adoptivvater starb, liess er sich von einem Shingon-Priester ordinieren. Dort war er aber von den Ritualen und Formalismen so enttäuscht, dass er zum Soto-ZEN wechselte. Aber auch hier fühlte er sich nicht gut aufgehoben und wechselte zum Rinzai-Zen (ZEN-Abt Shaku Soen). Shaku Soen forderte Ihn mit den klassischen harten ZEN-Methoden. Nyogen erkrankte an TBC und wurde in einer Hütte isoliert - aber er erholte sich wieder. Bei Shaku Soen lernte er einen Laienschüler kennen: D.T. Suzuki. Er wurde im entfremdeden Klosterleben nie glücklich. Nach seiner ersten Erleuchtung stiess er auf Bücher des deutschen Friedrich Fröbel (Gründer der Kindergartenbewegung). Die Ideen Fröbels beeindruckten Nyogen so stark, dass er beschloss das Kloster zu verlassen und einen Kindergarten zu gründen den er "Mentorgarten" nannte. Viel später übertrug er das Konzept des Metor(kinder)gartens auf seine ZEN-Zentren in den USA.

"Buddha begründete eine Religion, die das freie Denken ermutigt, anstatt den Geist dazu zu zwingen, sich innerhalb eines eng begrenzten Glaubensbekenntnisses zu tummeln."
aus dem Buch: Verrückte Wolken, Zen-Meister, Zen-Rebellen

1905 wurde der Nationalismus in Japan so stark, dass er das Land verlassen musste (in Sibirien geboren mit vermeintlich russischen Vater ...) und seinen Abt nach San Francisco begleitete. Shaku Soen nahm in in mit in den Golden Gate Park und lies in dort "frei": entweder erorbert die Stadt dich oder du sie! Er hat damit keine formelle Übertragung und noch nicht einmal eine formelle Lehrerlaubnis erhalten. In der Folgezeit arbeitete er als Hausdiener, als Koch, als Liftboy, sogar als Verkäufer und Hotelmanager. 1916 kaufte er sein eigenes Lokal. In einer Bibliothek in San Francisco las er Bücher über deutsche Kultur und Philosophen. Im Alter von 46 Jahren hielt er dann ein paar Meditationsvorträge und hatte nach 5 Jahren dadurch einige Anhänger, einen guten Ruf und gründete das "Freischwebende Zendo". Dieses Zendo war immer genau dort, wo er einen Raum dafür mieten oder auftreiben konnte.
Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges (1942) lernte er auch nun den amerikanischen Nationalismus kennen, indem dort alle "Japaner" zwangsinterniert in grossen Lagern wurden - auch er. Aber auch im Lager machten sie Zazen und rezitierten Texte und er hielt Reden. 3 Jahre musste er im Internierungslager in den USA bleiben und konnte erst 1945 wieder zurück.

"Ich will ein amerikanischer Hotei sein, ein fröhlich herumwandernder Japs."
aus dem Buch: Verrückte Wolken, Zen-Meister, Zen-Rebellen

Seine Kleidung war nie formell im japanischens ZEN-Sinne, sondern immer mehr oder weniger schäbig und zerknittert. Einer seiner engagiertesten Schüler wurde Robert Aitken der im Dezember 1947 zu ihm kam - er ging dann nach Japan und wurde dort zum Roshi ernannt. Mit 79 Jahren (1955) nahm er noch eine Einladung nach Japan an Mit 82 Jahren starb er.

"Er verwendete einfache Stühle statt traditioneller japanischer zafu und paßte das Niveau seiner Belehrungen den Fähigkeiten seiner Schüler an. Jeden Institutionalismus vermeidend."
aus dem Buch: Verrückte Wolken, Zen-Meister, Zen-Rebellen

Lehren und Ansichten von Nyogen Senzaki:
In den USA erkannte er, dass das sehr formale und rituelle ZEN, das Kirchen-ZEN in Japan, nicht mehr mit seinem eigenen anti-hierarchischen, informellen Mentorengarten-ZEN zu vereinen sind. Er ermunterte seine Schüler ihn privat zu informellen Gesprächen auf zu suchen. Nyogen betonte, das ZEN weder auf Glauben basiert noch auf einer spekulativen Philosophie. Seine Anhänger liess er nur in Intervallen von 15 Minuten auf einem Stuhl (!) sitzen. Seine Zuhörer sprach er immer als Mitschüler oder Bodhisattvas an.
Nyogen Senzaki prägte das folgende Koan:

"Das Auge, mit dem ich Gott erblicke,
ist genau das gleiche Auge, mit dem Gott mich erblickt."
(Auspruch von Meister Eckhardt)
"Zeig mir dies Auge!"
(Koan von Senzaki Sensei)

ZEN zur Zeit von Nyogen Senzaki:
Der Kaiser hatte kaum noch reale Macht im Lande und die Regierung versuchte den Shintoismus zur Staatsreligion zu etablieren. In Folge dessen wurden viele buddhistischen Tempel beschädigt und zerstört, buddhistische Mönche und Nonnen wurden gezwungen wieder ein weltliches Leben zu führen, buddhistische Priester sollte wieder heiraten und die buddhistischen Priester wurden gezwungen Shinto-Zeremonien durch zu führen. Die (wieder) erlaubte christliche Religion in Japan wurden von ZEN-Priestern angegriffen.

"flegte er das formalisierte japanische 'Kirchen-Zen' 'als hohl, tot und bedeutungslos' zu verurteilen. Er war Zeuge der 'Shintoisierung' des Buddhismus und des Anhaftens des buddhistischen Klerus an ihrem sozialen Status statt an den Lehren des Buddha."
aus dem Buch: Verrückte Wolken, Zen-Meister, Zen-Rebellen