Selbst Buddha sagte: 'Selbst bin ich wissend. Wen sollte ich nennen? Niemand ist mein Lehrer'.
Padmasambhava: Fragten ihn die Menschen, wer er sei, und welchen Guru er habe, antwortete er:
'Ich habe weder Vater noch Mutter, weder Abt noch Guru, weder Kaste noch Namen.
Ich bin der Selbst-Geborene Buddha.'
"Dass es keinen Lehrer gibt,
ist eine der wichtigsten Lektionen im ZEN: Es kann nicht gelehrt werden.
Wir können es nur durch eigene Erfahrung ... erlangen."
aus dem Buch ZEN-Weisheiten
"Generell besteht jedoch die Auffassung, dass auf dem spirituellen Weg ein Guru nicht wirklich notwendig ist.
Der Buddhismus ist in erster Linie eine Selbsterlösungslehre, weshalb keine Unterstellung unter besonders qualifizierte Meister gefordert ist.."
Buddhismus: 20 weit verbreitete Missverständnisse
Braucht jeder einen ZEN-"Meister"?
Buddha hatte Erleuchtung erlangt, ohne einen Meister zu haben.
Er hat ja gerade geurteilt, dass die Meister welche er kennen gelernt hatte ihm letztendlich keine "Erlösung" bringen konnten.
Sicher ist es so, dass wenn ein Bundesbürger auf keinen Meister trifft, er niemals erleuchtet wird.
Andererseits ist es aber auch genau so, dass solange Du noch einen Meister hast, von ihm abhängst und ihn brauchst, Du niemals erleuchtet werden kannst.
Erleuchtung heisst von allem Loslassen, eben auch von Deinem Meister!
Die Vorteile die der sichere Hafen eines "erleuchteten" Meisters am Anfang bietet, werden mit Deinem Fortschreiten auf dem Weg,
zu Fesseln und einem Käfig, was Du überwinden musst.
Bei vielen asiatischen / ostasiatischen, vor allem esoterischen Lehren wird "zwangsweise" ein (esoterischer) Guru gebraucht.
Bei ZEN gibt es keine "esoterischen" Lehren und nicht "geistiges" (Gegenteil von Verstand...), was irgendeine Rolle spielt oder "übertragen" werden könnte.
Die ZEN-Lehre ist eine "Selbsterlösung" und "Selbsterleuchtung" die jeder nur eigenverantwortlich betreiben kann.
Insofern gibt es viele berühmte buddhistische und ZEN-Vorbilder, die alle ohne oder ohne irgeneinem bestimmten Meister erleuchtet wurden.
Später gab es auch im ZEN Meister, welche letztendlich ohne einen eigenen konkreten Meister zu anerkannter Erleuchtung gefunden hatten.
"Die erste Stütze besagt, dass man sich nicht auf die Person, sondern auf die Lehre stützen sollte.
Selbst wenn eine Person berühmt ist, sollte man nicht alles, was sie sagt, annehmen, nur weil sie berühmt ist.
Die zweite Stüzte besagt, dass man sich nicht auf die Worte, sondern auf deren Bedeutung stützen sollte.
... sollte man Worte annehmen, die zwar nicht schön und poetisch sind, aber einen zutreffenden Inhalt haben."
aus dem Buch Dalai Lama - Einführung in den Buddhismus
Sind Meister erleuchtet?
Wie sich jeder bei der Auflistung der ganzen ZEN-Titel nun hoffentlich denken kann, sind ZEN-Meister
in den allermeisten Fällten nicht "Erleuchtet".
Einerseits nicht, weil es ihre ZEN-Schule (z.B. Soto) nicht vorraussetzt und darauf keinen Schwerpunkt legt,
andererseits weil man sich solche Titel durchaus ergaunern, erschleichen und ganz einfach auch kaufen kann,
z.B mit einer grossen Spende oder einer dauerhaften Unterstützung eines Meisters.
Um jeden esoterischen Anhänger die letzten Illusionen zu rauben:
ein ZEN-Meister ist ganz einfach vergleichbar mit einem katholischen Priester oder einem evangelischen Pastor - nicht mehr oder weniger!
Insofern sollten gerade Anfänger ihrem "Meister" zwar (etwas) Respekt zollen aber ihm nicht mehr Rechte einräumen,
als einem unserer westlichen, christlichen Priester auch. Wenn der ZEN-Meister mehr verlangt, kann dies der ganz starke Hinweis
auf das Etablieren einer Abhängigkeit des Schülers und von Sektenstrukturen sein.
Auch kann ein solcher Meister, Probleme mit seinem Leben, seinen Beziehungen, seinen Schüler haben,
egoistisch sein, seine Schüler ausbeuten und Schülerinnen missbrauchen - ein "Meister-Titel" verhindert dies nicht!
"Die Leute stellen an jeden, von dem sie meinen, er sei in der Zen-Schulung bereits fortgeschritten,
den Anspruch, er müsse vollkommen sein, er dürfe keine Gier mehr kennen, keinen Zorn, keine Unwissenheit keinen Dünkel.
Aber das gibt es nicht.
Das zu verwirklichenn ist ein Prozess, der sich während des gesamten Lebens vollzieht."
aus dem Buch Erleuchtung was ist das?
"Selbst der Meister ist noch Schüler - und manchmal ist sogar der Schüler Meister, was aber im Zen eher die Ausnahme ist."
Zen-Priester Taiso Toku Ho
Wer ist Schüler - Meister?
Neue ZENler denken noch in ihren (bisherigen) Begriffen wie z.B. ich bin der Schüler - das ist der Meister
oder ich bin noch nicht erleuchtet - der ist (wohl) schon erleuchtet.
Im Buddhismus ist es ganz wesentlich solches Schubladendenken und diese Dualität (Schüler-Meister) zu überwinden.
Als Beispiel: entwickelt sich z.B. ein Massenmörder über Jahre hin kontinuierlich zu einem Nachfolger Buddhas ...
Ab welcher Grenze behaupten wir dann, dass er erleuchtet ist? Nach 5 Jahren, nach 50 Jahren?
Diese Grenzen sind ganz willkürlich, nur von Menschen gemacht und keine Eigenschaft der Person ansich,
nur eine ihr angedichtete Eigenschaft.
Wollten wir "Erleuchtung" exakter fassen und normieren, dann wäre unerleuchtet "0%" und voll erleuchtet "100%".
Der Erleuchtungsvorgang ist eine Entwicklung, die das ganze Leben andauert und erst beim letzten Atemzug endet.
Wo wollen wir da die Grenze für "Erleuchtung" (willkürlich) festlegen?
Bei 50% oder bei 80% oder gar bei 95%?
Verschiedene Religionen und Traditionen legen ihre Grenzen sehr verschieden fest und selbst innerhalb des ZEN
gibt es viele Schulen, die in Ihren Massstäben stark abweichen.
Viele Menschen haben schon einmal "Erleuchtung" erlangt, waren zeitweise im Nirwana,
z.B. beim Musiköhren oder beim Instrumenspielen, beim Dichten, beim Bildmalen, auf einer Wiese ...
Nur sie erkennen dies häufig nicht als solches und ändern nicht ihr Leben dadurch.
Nun kann ein Schüler der zu einem ZEN-Meister kommt, durchaus schon eine grössere Erleuchtungserfahrung gemacht haben,
als sein ZEN-Meister. Nur der Schüler hat es nicht gelernt daraus zu lernen und sein Leben zu ändern,
wärend es sein ZEN-Meister hoffentlich gelernt hat, seine Erleuchtung auf seinen Alltag aus zu dehnen.
Auch wenn wir auf einen erleuchteten ZEN-Meister treffen sollten (ist kaum wahrscheinlich!), so ist er noch nicht
am Ende seines Weges, sondern eben auch nur "weit" fortgeschritten.
Aber auch wenn wir "Schüler" betrachten, dann gibt es welche, die noch gar nichts wissen (über ZEN) und solche,
welche schon 10 Jahre ZEN praktizieren - beide gleichermassen "Schüler" zu nennen, wird dem wirklichen Sachverhalt
dieser Menschen nicht gerecht.
Insofern sind diese Begriffe "Meister-Schüler" nur eine sehr/zu grobe Abstufung und wenig aussagekräftig.
Bei der einen ZEN-Schule könnte ein erfahrener Schüler schon weiter sein, als ein wenig erfahrener Meister bei einer anderen ZEN-Schule.
Für einen neuen ZENler ist es nur wichtig auf einen erfahrenen und fortgeschritteneren ZENler zu treffen
- wie er sich nennen mag oder nennen muss, ist völlig irrelevant.
Meist kann man von Schüler zu Schüler viel einfacher reden und Probleme erörtern, als mit einem abgehobenen, ehrfurcheinflössenden und distanzierten Meister.
Für einen "Anfänger" in "Sachen ZEN" wäre es in keiner Weise hilfreich mit einem wirklich sehr weit fortgeschrittenen und anerkannt erleuchteten
ZEN-Meister zusammen zu treffen. Denn selbst wenn er Dir etwas sagt, kannst Du noch gar nicht die Tiefe seiner Worte
und seinen Standpunkt von dem aus er diese Worte formuliert, auch nur irgendwie erfassen oder verstehen.
Dir kommt das dann nur wie "wirres Zeug" oder "widersprüchliches" vor und es verwirrt Dich nur.
Es gab (später einmal grosse Meister) ZEN-Mönchen welche in einem Kloster angefangen hatten und auch die ersten
Sprüche von ihrem ZEN-Meister als Witz, als Allgemeinplätze oder als unwichtig aufgefasst haben.
Nachdem sie dann selbst ZEN-Meister wurden, haben sie häufig an die tiefen dieser Aussagen von damals nachdenken müssen.
Ihre ZEN-Meister hatten ihnen ihr ganzes (kommendes) Leben in eine banale Aussage gepackt und sie waren dem gegenüber nur achtlos gewesen ...
Nur wenn Du wirklich weit auf dem ZEN-Weg voran gekommen bist, nur dann kannst Du solche Aussagen annähernd erfassen und könnten sie Dich
sofort ins "Nirwana" werfen - wenn Du Glück hast.
Nun zusammenfassend noch einmal:
Solange ein "Schüler" sagt/denkt, er wäre "Schüler", beweisst er damit, dass er noch Schüler ist, da er noch sehr an den Worten und der Dualität anhaftet.
Wenn hingegen ein "Meister" sagt/denkt, er wäre "Meister", beweisst er damit gerade, dass er noch Schüler und kein Meister ist.
Ganz pragmatisch solltest Du einmal davon ausgehen, dass jeder Mensch schon erleuchtet ist
- das sagt Buddha, Dogen, die Soto-Schule und auch Zen-Meister Shunryu Suzuki.
Gehe genau davon aus, dass das wirklich so ist und verhalten Dich nur dann auch entsprechend - das ist (D)ein Weg!
"Sobald Du einmal Zen-Meister bist, versuchen die Leute recht bald, Dir Macht zu übertragen. ...
Es gibt ne Menge Leute, die nur zu gerne diese Art von Macht annehmen.
Sie drillen ihre Schüler zu bestimmen Arten von Erfahrungen, die sie dann für sie hilfsbereit als "Schritte auf dem Pfad zur Erleuchtung" etikettieren.
Sobald ein Schüler genug davon einkassiert hat, verleiht ihm sein Meister die höhsten Weihen und der Schüler darf das alles dann dem nächsten aufzwingen.
Und so läuft dieser krankhafte Kreislauf immer weiter und weiter."
Zitat von einem Zen-Meister
"Es wäre hilfreicher, den Buddhismus von unabhängigen Buddhismusforschern lehren zu lassen,
denn die sog. 'Meister' werden zu 'Meistern' ernannt und in der Regel bilden sie sich darauf ganz schön viel ein
und da beginnt auch schon das Problem:
Meister werden von ihren Schülern idealisiert und Meister suhlen sich zumeist gern in dieser Idealisierung."
Ein ZEN-Aussteiger berichtet ...
Schüler missbrauchen ihren Meister - Meister missbrauchen ihre Schüler!?
Fakt ist, es gibt grosses Leid bei den Schülern und einige behaupten "missbraucht" und ausgenutzt worden zu sein.
Aber es gibt auch Meister, die Selbstmord begehen, Alkohol und Drogen verfallen.
Beides zusammen ist die Wahrheit!
Das Leid der Schüler berührt mich sicherlich mehr als das der Lehrer, die es eigentlich hätten besser wissen müssen oder können.
"Zugleich war da die Angst, sich eine Blöße zu geben, die ihn am Ende in den Alkoholismus trieb." (Über einen ZEN-Abt von Antaiji!)
aus dem Buch: Abt Muho - Zazen oder der Weg zum Glück
Aber wer schon weiter in der buddhistischen Lehre fortgeschritten ist weiss, dass es keinen "Schüler" oder "Meister" gibt.
Er weiss (hoffentlich) auch, dass es hier nicht 2 Personen, sondern nur einen Buddha gibt ...
Der Meister ist nicht getrennt vom Schüler und der Schüler nicht getrennt vom Meister!
D.h alles was der Schülter tut, wirkt auf den Meister und alles was der Meister tut, wirkt auf den Schüler
- das ist die Einheit und das ist das Karma.
Insofern kann nur ein Meister denjenigen "missbrauchen", der sich auch "missbrauchen" lässt.
So schlimm dies für manchen Leser sein mag, so sollten "Missbrauchte" sich so stärken und sich so sensibilisieren,
dass ihnen das nicht noch einmal widerfahren kann.
Und wir helfen diesen Meistern wenn wir uns nicht für ihre Zwecke missbrauchen lassen.
Die Meister argumentieren in solchen Situationen / bei solchen Versuchen dann meist,
dass man ja selbst noch viel zu egoistisch ist, zu sehr anhaftet, nicht eins werden kann ...
Aber genau diese Argumente treffen in dieser Situation auch auf den Meister zu - erkenne das und sage es ihm auch!
Ein grundsätzliches Problem bei den neuen ZEN-Schülern ist meist, dass sie eine völlig falsche Erwartungshaltung haben
oder dass sie gar nicht wissen was sie wollen.
Da die meisten ZEN-Meister unter einem Erfolgsdruck stehen (z.B. bekannt werden wollen, mehr Schüler haben wollen, mehr Geld verdienen wollen, ...)
werden sie einem solchen neuen Schüler bewusst oder gar unbewusst das nicht sagen, sondern sich damit erst einmal abfinden und darauf eingehen,
um den Schüler zu binden.
Nur dieses Problem ist damit erst einmal "unter den Teppich gekehrt" und wird früher oder später wieder hervor brechen
- aber dann wird der Schüler schon in einer Art Abhängigkeit sein und nicht mehr gehen wollen.
"Wäre ich Christ, so würde mich der "Heilige Zorn" übermannen. Wäre ich Moslem, würde ich eine Fatwa aussprechen.
Wäre ich Alkoholiker, würde ich eine Flasche Smirnow-Wodka leeren. Da ich aber Zen-Buddhist bin,
bleibe ich gelassen, wenn auch nicht still, und gleichmütig, obwohl sich mir der Magen umdreht, wenn ich die
Texte und Bilder von Zen-Lehrern mit Kleckerlätzchen (Rakusu) und anderen Mätzchen sehe, die mit Hilfe ihrer
Clownsverkleidung bzw. Zen-Robe und viel heiligem Getue dafür sorgen, daß ihnen die Tausender in die Tasche
gesteckt werden. Das ist eine geniale Entwicklung: Statt als irgendso ein billiger Coach am unteren Rande
der Wichtigkeit dahinzuvegetieren, schwebt man als Zen-Lehrer für die Upper-Class auf einem Teppich aus Euroscheinen
ins Nirvana."
Christoph Jantzen
Aber auch der Meister will natürlich Erfolg haben und will "überleben", dass kann man ihm auch nicht wirlich verübeln -
erkenne hier ganz klar, die meisten ZEN-"Meister" sind nicht erleuchtet und sie scheuen sich nicht ihren Anhängern Geld abzunehmen,
ihnen ihren Willen aufzwingen oder ihre eigene Sekte zu gründen.
Wichtig ist hier, dass der Schüler sich schon vorab informiert, dass er weiss, was er wirklich will, dass er weiss,
was er von seinem ZEN-"Meister" erwarten kann und was eben nicht.
Unsere Demokratie basiert auf der Annahme von mündigen Bürgern - nur beim ZEN-Buddhismus sind wir es nicht?
Wir müssen uns aktiv informieren, wir müssen Bücher darüber lesen, wir müssen Menschen darüber befragen,
wir müssen Testbesuche bei vielen Meistern machen, vergleichen und uns dann eine umfangreiche Meinung bilden.
Nur so liefern wir uns keinem ZEN-Meister aus, nur so erkennen wir, ob er Buddhas Lehre lehrt oder seine eigene,
nur so erkennen wir, ob er (übliche) Grenzen überschreitet.
Wer sich nicht informiert und nicht weiss, was er wirklich will, der hat bei einer Sekte in jedem Fall verlohren, aber auch beim ZEN.
"Auf Japanisch heißt Mönch 'Unsui', was 'Wolke und Wasser' bedeutet.
Wie das Wort schon beschreibt, betrieb der Mönch seine Übungen früher, indem er wie Wolke und Wasser
von einem Ort zum anderen wanderte. Wo auch immer er einen guten Meister fand, blieb er
für eine Weile. Dann verließ er das Kloster und ging weiter. Seine Übungsreise hatte kein Ende."
"Der Sinn dessen, dass Mönche früher wandernd übten, lag in diesem Dharma-Kampf, den man in den
verschiedensten Klöstern mit den verschiedensten Rôshis versuchte."
Zitat aus einer Dissertation
Der Dalai Lama sagt z.B. dass Du Deinen Meister erst einmal 12 Jahre lang testen sollst, bevor Du ihn wirklich annimmst
- so lange hast Du Zeit zu einem mündigen ZEN-Buddhist zu werden.
Betrachte Dir Deinen Meister auch ausserhalb des Übungsraumes, des Dojos, wie verhält er sich als "normaler Mensch",
wie verhält er sich im Alltag, hat er grosse Geheimnisse oder sagt er Dir freimütig alles, was Du wissen willst?
Hat der Meister Dir bei Deiner ZEN-Entwicklung schon gut geholfen?
Hat dieser ZEN-Meister schon andere ZEN-Meister ernannt und Erleuchtungen bestätigt? Schaue Dir diese Meister einmal an!
Die meisten ZEN-Meister in Europa wollen gar keinen Schülern die Erleuchtung bestätigen oder sie zu ZEN-Meistern ernennen.
Damit würde sie ja einen Schüler verlieren und einen Konkurrenten auf dem ZEN-Markt erhalten ...
Die meisten "Meister" wollen ein Leben lang über ihren Schülern stehen und Macht ausüben und werden bis zu ihrem Tod,
keinen ihrer Schüler weiter kommen lassen als er das zulässt - das ist Anhaftung pur und zeigt wie wenig sie wirklich erleuchtet waren.
Z.B. ist Taisen Deshimaru von der AZI der bekannteste in Europa wirkende ZEN-Meister mit langjährigen und "sehr guten" Schülern.
Nur bis zu seinem Tod wollte er es nicht zulassen, dass auch nur einer seiner Schüler seine Aufgabe übernimmt
oder er auch nur einem seine Erleuchtung bestätigte.
"Paradoxerweise findet man heute in religiösen Bewegungen Leute, die in ihrer Jugend grosse Rebellen waren.
Doch diese haben ihr Rebellentum an den Nagel gehängt und hangen nun an den Lippen eines Gurus, der sagt, wo's lang geht ..."
Prüfe und achte den Meister
"Nicht selten weisen jene, die am Autoritätsanspruch eines Papstes kein gutes Haar lassen,
Meistern und Gurus gegenüber eine völlig kritiklose und fast schon devot zu nennende Unterwürfigkeit auf.
... Daß dies Mißbrauch, sei er finanziell oder sexuell, begünstigen kann, liegt auf der Hand."
Christian Ruch: Buddhismus im deutschsprachigen Raum
"Wenn es nach 10, 20 oder 30 Jahren immer noch nur den einen Guru gibt und keine seiner Schüler
zum Lehrer, zum Guru herangereift ist, dann hat der Lehrer in einer Hinsicht versagt.
Er hält die Schüler immer auf dem Stand der erfolglosen Schüler
und behält für sich selbst den Status des großen Lehrers; niemand darf 'flügge werden',
niemand darf selbst ein Lehrer oder ein weiser Mensch werden."
Jack Kornfield: hat der Lehrer in einer Hinsicht versagt
Wer kann mir bei meinem ZEN weiter helfen - ein ZEN-Meister, eine ZEN-Gruppe?
Ich habe die Überschrift vorsichtig formuliert: Du brauchst nicht unbedingt zwingend einen "Meister" ...
Das wichtigste beim ZEN (aber auch sonst!) ist, dass Du den Weg kennen lernst und das Ziel siehst.
Dann musst Du nur noch zielstrebig Schritt für Schritt gehen um auch an zu kommen.
Am Anfang kann man von der Erfahrung von anderen ZENlern profitieren und muss nicht die Fehler erst einmal alle selber machen
- es ist bequem jemanden zu haben und man kann sich viel Zeit für "vergebliche Versuche" sparen.
Wenn Du dann aber erste einmal alle Methoden von ZEN kennst und eingeübt hast, brauchst Du nichts mehr anderes und niemand anderes als nur Dich selbst.
ZEN ist keine Gruppenerfahrung sondern ganz individuell nur Deine Erfahrung.
Kontakte mit einem Meister könnten "bereichern" und die Zielerreichung optimieren, aber sie können auch wieder neue Probleme und Anhaftungen schaffen.
Denke immer daran, Buddha ist ganz alleine zu seiner Erleuchtung gekommen - ohne Meister und ohne Übungsgruppe.
"Gute Lehrer sind rar. Achte darauf, dass der Lehrer für dich gut ist
und nicht du gut für den Lehrer."
aus dem Buch Tausend Wege zum ZEN - David Baird
"Der Schüler soll ja hineinwachsen in seine wahre Autonomie
und nicht unmerklich in neue Abhängigkeit gleiten...
Und geglückt ist diese Beziehung dann, wenn sie entbehrlich geworden ist."
Zen-Meisterin Uta Dreisbach
"...(ein fähiger Meister) formt dich zu einem selbstbewussten, natürlichen Menschen bezogen auf deine ureigenen Möglichkeiten."
Zen-Priester Taiso Toku Ho