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ZEN-Spruch  
des Tages:

Huang-po


Entstehen wie Beseitigen der Täuschung sind beides Täuschungen.

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Der ZEN-Meister Bernard Tetsugen Glassman !

"Wenn das, was du tust, auf Nicht-Dualität beruht,
dann wird dein Handeln zur Lehre."
Glassman Roshi

Bernie Glassman wurde am 18. Januar 1939 in Brooklyn in Brighton Beach geboren. Er ist deutschstämmiger Jude und seine Eltern kamen aus Polen ausgewandert. Seine berufliche Ausbildung begann er am Brooklyn Polytechnic Institute in den frühen 60er Jahren. Glassman studierte Flugzeugbau, promovierte in Mathematik und war danach im Weltraumprogramm der NASA tätig gewesen. Als Raumfahringenieur arbeitete er bei McDonnell-Douglas und befasste sich dort mit den Mars-Missionen. Er promoviete dann an der University of California - Los Angeles in Angewandter Mathematik. In den späten 50er Jahren begann er mit seiner ZEN-Praxis. Er hatte das Studium der mystischen Judaistik aufgegeben, weil dort zu viele Grenzen gezogen wurden. Später wurde er Schüler des ZEN-Meisters Taizan Maezumi Roshi. Er verliess Beruf, sein Haus und beendete seine bisherige Karriere und wurde als ZEN-Mönch ordiniert. Glassman absolvierte die Priesterausbildung des Soto-ZEN und praktizierte das Koan-Studium des Rinzai-ZEN. Als Soto-Mönch lebte er in Los Angeles und arbeitete im Zenshuji unter Roshi Sumi. Hier lernte er zum ersten Mal die Geh-Meditation kennen. 1963 begegnete er als junger Soto Mönch zum ersten Mal Roshi Maezumi. 1967 begann er dann bei Taizan Maezumi Roshi seine ZEN-Studien. 1970 war Glassman die erste Person welche von Maezumi "Tokudo" empfing. 1976 wurde Glassman "Sensei" und erster Dharma-Nachfolger von Maezumi Roshi und trat nach dessen Tod die Nachfolge an. 1980 ging Berni nach New York zurück und gründete dort eine ZEN-Gemeinschaft. Bernie legte das Gelübde ab, allen hungrigen Geistern im Universum Nahrung zu geben. Eine seiner grössten Schwächen ist das Essen und Kochen - siehe sein Buch Anweisungen für den Koch. Lebensentwurf eines Zen- Meisters . So gründete er eine ZEN-Konditorei und belieferte bald die New Yorker Gourmet-Restaurants. Mit diesem Gewinn versuchte er den Hunger auf der Strasse zu stillen. In seinem Wohviertel in Yonkers, New York etablierte er eine soziale Hilfseinrichung namens Greyston Mandala. Das Greyston Mandala gründete er 1982 und etwickelte es bis 1996. In konsequenter Folge seiner Sicht führte er die Praxis von Strassen-Retreats unter Obdachlosen ein. 1983 wurde Sandra Jishu Holmes von Bernie als ZEN-Priesterin ordiniert. 1994 führte Glassman zum 50. Jahrestags der Befreiung des Vernichtungslagers Birkenau dort Kinhin durch und gab Claude Anshin die Bodhisattva-Gebote (Laienordination) auf den Stufen des dortigen Krematoriums. 1995 erhielt Bernie Glassman das endgültige Siegel der Bestätigung ("Inka") von Maezumi Roshi. Damit wurde er auch geistiges Oberhaupr der White-Plum-Linie und erster Präsident der Soto-Zen Buddhist Association of America. 1995 erhielt Sandra Jishu Holmes von Bernie die Dharma-Weitergabe und Claude AnShin Thomas wurde zum Mönch ordiniert. Im Winter 1996 führte er dann ein überkonfessionelles Retreat in Ausschwitz durch - mit über 150 Menschen, Juden, Christen, Moslems und Buddhisten. 1996 gründete er den Zen-Peacemaker-Orden. Daraus entstand dann später die Peacemaker Gemeinschaft. Auslöser dazu war seine Party in Waschington D.C. zu seinem 55sten Geburtstag. Im Herbst 1997 unternahm Glassman eine grosse Vortragstour durch Deutschland und die Schweiz. Am 20. März 1998 starb Sandra Jishu Holmes. Im Jahr 2000 legte Berni seine Priestergewänder ab um die Laienpraxis hervor zu heben. Er leidet wohl mehr oder weniger an Diabetes und Problemen mit der Prostata. Berni war mit Sandra Jishu Holmes verheiratet gewesen.

"Wie können Sie die Gewalt auf der anderen Straßenseite stoppen?" Das ist ein Koan.
Glassman Roshi

"Ich sollte es vielleicht nicht so benennen, aber in gewisser Hinsicht sind Koan und andere methodische Hilfsmittel eben Kinkerlitzchen."
aus dem Buch Erleuchtung was ist das?

Lehren und Ansichten von Roshi Glassman:
Für Roshi Glassman ist "ZEN = Leben" ohne irgendeine Grenzen dazwischen zu ziehen. Er führte (meines Wissens) das Street-ZEN in den USA ein. Dabei verbringt er mit seinen Anhängern und Interessierten ca. 1 Woche auf der Strasse unter Bettlern und ohne Habe. In Folge dessen gab es sogar Strassenretreats in der Schweiz und in Deutschland. Für Glassmann bedeutet Buddhist zu sein, Zeugnis abzulegen abgrund seiner Erkenntnis und das Leid in dieser Welt zu vermindern. Es geht ihm nicht darum das Leid (in Teilbereichen des Lebens / der Welt) abzuschaffen, sondern, dass jeder dort wo er wirkt ein Stück zur Erreichung dieses Zieles beiträgt. Er hat dazu sicherlich mehr beigetragen als die meisten Leser dieses Textes. In seinen sozialen Projekten versucht er die Trennlinie zwischen Helfenden und den Hilfsbedürftigen auf zu heben.
Glassman sagt, dass seine Strassen-Retreats gelebte Koans sind.

"Ich definiere Erleuchtung als den Grad der Tiefe, mit der jemand die Einheit des Lebens - die Verbundenheit allen Lebens - erkennt. Und der Grad deiner Erleuchtung kann an deinen Handlungen gemessen werden."
Roshi Glassman in einem Interview

Kritik an Roshi Glassman:
Auch Roshi Glassman ist nicht frei von Schwächen, er isst und kocht sehr gerne. Er leidet wohl auch schon längere Zeit unter Diabetes und bei seiner umfangreichen Leibesfülle ist das nicht so verwunderlich. Eine gesunde Ernährung zur Erhaltung seines Körpers ist wohl durch seine Anhaftungen und seine Prioritäten verhindert.
Seine Einführung des Street-ZEN ist ein Meilenstein in der Ausbildung eines sozial engagieten Buddhisten. Auch hat er sicherlich mit grossem Anspruch Teilnahmehürden Aufgestellt und auch symbolisch begründet. Es ist so, dass Menschen wie Du und ich, Menschen mit einem kleinen Bekanntenkreis und keinem grossen Sponsorennetzwerk, arme Menschen, Menschen mit armen Freunden und Bekannten, Menschen, die nicht das Talent haben und die Motivation, sich aggresiv "zu verkaufen", keine Chance haben bei seinem Street-ZEN dabei zu sein. Dagegen haben es Menschen mit einem reichen und spendablen Freundeskreis, Menschen mit einer reichen Familie, Menschen die anderen "alles andrehen" können (z.B. Autoverkäufer, Versicherungsvertreter, Missionare, ...) sehr leicht an seinem Street-ZEN teilzunehmen. Berni Glassman siebt hier bewusst oder unbewusst die fähigsten Talente aus um für ihn und in seinem Sinne sich zu engagieren. "Normalbürger" sind hier weitgehend ausgeschlossen. Auch ist dieses Auswahlverfahren eine Verhöhnung und Vorführen für wirklich bedürftige und Bettler, die es schwer haben zu Geld zu kommen und zu überleben, wärend ein paar gut situierte und etablierte Berni-Anhänger hier grosses Geld sammeln und sich dann neben den Obdachlosen stellen, der eben nicht diese Möglichkeit hat und schon gar nicht die Chance jemals an Street-ZEN-Kursen von Roshi Berni teilzunehmen - das ist etwas typisch für viele Zweige in der Soto-Schule, wo es um Bildung, Studium und gesellschaftliches Niveau geht. Sicherlich hat Roshi Glassman das etwas aufgeweicht, aber ganz davon lösen konnte er sich wohl nicht immer.
Berni (und seine Anhänger/Mitstreiter im Greyston Mandala oder in der Peacemaker Gemeinschaft) kann seine Sozialprojekte eben auch nur bei ausreichendem Geldeingang umsetzen. Dass hierbei die eine oder andere Grenzen des "Guten Geschmacks" und einer Bescheidenheit und Nicht-Anhaftung von Buddha überschritten wird liegt auf der Hand - dazu das nachfolgende Zitat ...

"Ein 'Zen'lehrer aus Glassmans Schule, ebenfalls US-Bürger und längst als - durchaus fähiger - Reiseschriftsteller bekannt, veranstaltet unterdessen meditative Luxussafaris in Afrika... "
Buddha Goes West

Interessante Links: Erinnerungen an Maezumi Roshi von Bernard Tetsugen Glassman Roshi
Die Peacemaker Gemeinschaft - und die abenteuerliche Geschichte ihrer Gründung
"Hi, I'm Bernie"
Bernard Glassmann Roshi
Bernie Tetsugen Glassman Roshi
Tetsugen Bernard Glassman Roshi
Andrew Cohen interviewt Roshi Bernie Glassman
Buch: Zeugnis ablegen
Buch: Anweisungen für den Koch. Lebensentwurf eines Zen- Meisters
Buch: Das Herz der Vollendung
Buch: Erleuchtung, was ist das?
Buch: