Mein
ZEN-Spruch  
des Tages:

Alan Watts


Darum spiegelt jedes Koan das ungeheure Koan des Lebens wieder.

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Erleuchtung, Erwachen, Kensho im ZEN !

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"Alles, so wie es ist, ist der Pfad der Erleuchtung - alle Aspekte des Lebens."
Buddha Sakyamuni

"Wenn die Tür im Augenblick von Satori sich öffnet, dann geht der Schüler nicht in Trance über, sondern in eine neue Einstellung zum Leben, ..."
Alan Watts in "Vom Geist des ZEN"

"Das wahre Wunder besteht nicht darin, in der Luft zu schweben oder auf dem Wasser zu wandeln, sondern darin, auf der Erde zu gehen."
Ch’an-Meister Lin-Tsi

Was ist Erleuchtung oder besser Erwachen?
Das Wort Erleuchtung ist sehr schwer zu verstehen, zu greifen und jeder Leser dieser Seiten, wird mit Sicherheit etwas anderes unter Erleuchtung verstehen. Erleuchtung im Yoga ist etwas anderes als Erleuchtung im ZEN! Buddha hat in seinen Schriften nie das Wort "Erleuchtung" verwendet, er sprach immer nur von "Erwachen", was der Wirklichkeit und Deiner täglichen Praxis viel näher kommt. Auf allen diesen ZEN-Seiten verwende ich die Worte "Erleuchtung", "Erweckung" und "Erwachen" meist synonym - aber nicht immer.
Nach Buddha ist alles "Leben leiden" und Buddha hat den Pfad weg vom Leiden entdeckt. Damit definiere ich ganz einfach: nicht mehr Leiden, das ist Erleuchtung! Wer im Sinne von Buddha nicht mehr leidet und anhaftet, der ist erleuchtet. Das Rezept ist wirklich gar nicht so schwer und es gibt hier wirklich keine verborgene Esoterik!

"Die Fragen, über die ich mir als Kind den Kopf zerbrach, waren eigentlich alle falsch gestellt. Später machte ich den Fehler, mir vom Buddhismus die Erleuchtung zu versprechen, die ich für die Antwort auf all diese falschen Fragen hielt. Erst später erkannte ich, dass es vielmehr darum geht, loszulassen: Loslassen von der falschen Vorstellung eines versteckten "wahren Selbstes", loslassen von der fixen Idee, das Leben müsse diesen oder jenen Sinn haben, loslassen selbst von der Suche nach Erleuchtung oder Glück oder was auch immer."
vom ZEN-Abt Muho in Japan

"Aber was ist Erleuchtung? Für mich ist sie die Einsicht in die Einheit des Lebens. Und der Beweis für sie ist, ob man tatsächlich erleuchtet handelt. Hilfst du anderen?"
Roshi Glassman

Der bekannte (deutsche) ZEN-Abt in Japan Muho hat z.B. hat nie so etwas wie eine "Erleuchtung" (wie Anfänger gerne das Wort verwenden) erfahren oder ein Erleuchtungsmoment gehabt, mit Visionen oder "übernatürlichen" Erfahrungen - er hat einfach nur (schwer) gelernt, die Illusionen der Menschen und von sich selbst zu durchschauen und damit freier und selbstbestimmter leben zu können. Übrigens ist das typisch für "Soto-ZEN". Für wen das nicht ausreicht, für den habe ich noch folgende Erläuterungen von Nirvana:

"Daher ist es offensichtlich, dass das ursprüngliche buddhistische Ziel, nirvana, die Wiederherstellung gesunder Lebensbedingungen bedeutete."
"Es ist der Übergang von einer Bewusstseinsebene in eine andere, nämlich von einem rein gefühlsbestimmten Bewusstsein zu einem vollkommen gereiften Bewusstsein."
"Nirvana beschreibt eine gutentwickelte Persönlichkeit oder ein Menschsein in seiner idealen Form."
"Für die Vorstellung vom Nirvana können keine besseren Begriffe vorgeschlagen werden, als die der idealen menschlichen Reife und geistig-seelischer Gesundheit."
Buch: Zu den Quellen des Buddhismus von Antony Fernando

Eine reife, weisse Perönlichkeit, die sich nicht mehr von Emotionen leiten lässt und geistig-seelisch gesund ist, die ist erleuchtet im Sinne Buddhas.

"Und ich hatte realisiert, dass im Leben selbst eigentlich kein Sinn steckt, außer der, den ich ihm zumesse."
Dies ist ein sinngemässer Ausspruch von einem Laien-Buddhist und vom ZEN-Abt Muho!

"Als kürzesten, aber auch steilsten Weg zum Erwachen lehrt Zen die Praxis des Zazen"
Das Lexikon des ZEN

"Wenn du an das Ende des Weges kommst und vollkommene Einsicht findest, wirst du sehen, daß Erleuchtung ein Witz ist.".... "Das Leben ist ein Witz, das wirst du eines Tages verstehen lernen. Nicht jetzt, aber es wird soweit kommen."
Ein ZEN-Meister nach Janwillem van de Wetering

Die ursprüngliche Praxis: so hat Buddha die erste "Erleuchtung" bestätigt.
Die "Erleuchtung" im ZEN ist in keiner Weise verschieden von der "Erleuchtung" Buddhas. Insofern ist es doch sehr interessant einmal zu Buddha direkt zurück zu schauen, wie Buddha die Erleuchtung bei anderen heraus fand und bestätigte.
Nach dem Buddha seine Erleuchtung unter einem Feigenbaum erlangt und vertieft hatte, ging es für ihn darum wem er diese seine neue Lehre/Erkenntnis zu seinem Nutzen mitteilen könnte. Da dachte er an seine Weggefährten auf seinem Weg als Asket. In den einen Schriften steht, dass sie zuvor seine "Schüler" gewesen waren und in anderen, dass sie nur Weggefährten waren. Buddha erzählte ihnen einfach nur seine (intellektuelle) Erkenntnis durch die er selbst erwachte.

"Plötzlich zeigte sich ein Lächeln auf dem Gesicht von Kondanna, einem der fünf. Er und der Buddha sahen sich an, und da war sofort ein tiefes, freudevolles Verstehen zwischen den Beiden. 'Kondanna hat verstanden, Kondanna hat wirklich verstanden!' rief der Buddha. Die Wahrheit war kommuniziert worden und es gab nun einen zweiten Erleuchteten auf der Welt."
Buddha Sakyamuni

Es geht hier ganz klar hervor, dass Kondanna verstandesmässig die Darlegung Buddhas und den tieferen Sinn hinter den Worten verstanden hat. Das gemeinsame Verstehen und der "Gleichklang" waren für Buddha ausreichend, Kondanna gleich seine "Erleuchtung" zu bestätigen. Es ist ganz wichtig hier fest zu halten, dass es dabei nicht verborgenes und nichts "esoterisches" gab - Buddha lehnte ja dies alles als nicht förderlich für die Erwachung ab. Es reichte Buddha, wenn jemand den Sinn seiner Lehre verstanden hatte, ihn vielleicht aus eigener Erfahrung bestätigen konnte und sich dann vornahm, danach auch zu leben.
Dies kam in Buddhas "Laufbahn" häufiger vor, dass Menschen die sich ihm neu anschliessen wollten, nach der mündlichen Darlegung der Lehre sofort als "Erleuchtet" anerkannt wurden. Ebenso hat Buddha Menschen die "Erleuchtung" bescheinigt, welche er (aktuell) gar nicht persönlich getroffen, aber von denen er gehört hatte.
Dieses "Erwachen" was Buddha bestätigte, war einfach nur eine gewisse Reife von Menschen und, dass diese Menschen einfach die Oberflächlichkeiten der Gesellschaft und der Menschen durchschauten.

Eins werden mit Allem oder die Einheit erkennen?
Die "Erleuchtung" oder besser "Erweckung" ist eng mit dem Eins-Sein von Allem verbunden oder besser ist dies exakt. Dies ist auch einer der attraktivsten Themen, warum der Buddhismus solchen Zuspruch erfährt: alles ist eins und alles hängt mit Allem zusammen. Du und ich wir sind die eine selbe Realität und wir beide sind der eine / einzige Buddha. Erleuchtung im ZEN ist, wenn Du nicht nur so denkst, sondern dich so "umprogrammiert" hast, dass du diese Welt nur noch in diesem Sinne wahrnehmen kannst. Alte ZEN-Meister hatten in ihrer Erleuchtung gesehen, wie alles zusammen hängt! Aber hierzu zur Erleuterung einen wissenschaftlichen Text:

"Wenn es keinen Unterschied zwischen dem Subjekt und dem Objekt mehr gibt, kann die unterscheidende Position des Subjekts, zu nennen und benannt zu werden, nicht mehr entstehen. Da das Sein durch die Sprache entsteht, kann die Welt des Seins ohne Nennung nicht existieren. Das Sein und das vom Sein vorausgesetzte Nicht-Sein verschwinden völlig. Dieser Zustand des 'Weder Sein noch Nicht-Sein' ist gleich dem Zustand des Seins und gleich dem des Nicht-Seins. Denn die Aufgabe der 'Ent-Definierung' des Seins (und Nicht-Seins) trägt dazu bei, den dualistischen Gedanken zu vernichten und schafft diese zwei Variablen. Dieser Status wird beim Zen als 'Mu' ('Nichts') bezeichnet."
Die Pädagogik des Zenmeisters

Stufen der Erleuchtung?
Zuerst ist einmal zu bemerken, dass es sowohl unterschiedliche Stufeneinteilungen vor der Erleuchtung, als auch in der Erleuchtung gibt.

"In unserem täglichen Leben erfahren wir oft Samadhi ...
Wir sollten jedoch wissen, dass es viele Arten von Stufen des Samadhi gibt."
aus dem Buch Erleuchtung was ist das?

Im ZEN-Buddhismus gibt es so viele Stufen von Erleuchtung - viele Meister haben sich hier mit einem eigenen Konzept ein Denkmal setzten müssen ... Im Rinzai-Zen gibt es 8 Stufen, klassisch gibt es die "10 Ochsen" - eine andere Aussage heisst, jeder ist schon erleuchtet. Also von 0-10 Stufen ist alles vertreten. Nur wenn ich Dir sage, jeder ist schon erleuchtet, dann ist Dir das nicht sehr hilfreich, auch wenn es wahr ist!
Aus meiner Sicht ist für uns "Westler" das tragfähigste und hilfsreichster Konzept, das der 3 Stufen:

  • 1. weiss ist weiss und schwarz ist schwarz
  • 2. weiss ist schwarz und schwarz ist weiss
  • 3. weiss ist wieder weisss und schwarz ist wieder schwarz!

Jeder von uns steht/stand bei Stufe 1 und entwickelt sich über die Stufe 2 zur Stufe 3 - zwischen der Stufe 2 und 3 steht die Erleuchtung. Jeder, der hier Stufe 1 und 3 lesen und vergleichen kann, sollte dringend noch einmal darüber nachdenken, was Erleuchtung ist ... es ist einfacher als jeder Sucher denkt und doch macht es sich jeder so schwer!

"Eno bestätigte Yoka, der noch eine Nacht bei ihm blieb. Deshalb gab man ihm den Beinamen 'Der in einer einzigen Nacht erweckte Mönch'."
Zen Geschichten

Wie lange dauert es, bis man (ZEN-)erleuchtet ist?
Wie die vorstehende Geschichte zeigt, der ZEN-Sucher beim ersten Zusammentreffen mit einem ZEN-Meister sofort seine Erleuchtung zeigte, weil ihn der Meister gleich forderte - dies soll Hoffnung für Euch alle sein ...
Im alten China gab es Chan-Meister, die 40 oder gar 60 Jahre wirkten und in der ganzen Zeit keinen einzigen fähigen Schüler für ihre Nachfolgen fanden. Einige der Meister hatten schon mit knapp über 20 Jahren die Erleuchtung bestätigt bekommen und andere erreichten sie nie. Es ist also sehr verschieden von Mensch zu Mensch. Ich glaube von Dogen gibt es den Ausspruch, dass wer 10 Jahre intensiv Sazen macht (sitzt und meditiert) garantiert in dieser Zeit auch erleuchtet wird - dem würde ich mich aus Soto-Sicht anschliessen. Bei Rinzai-Zen könnte es schneller gehen - wer hier ein Koan richtig löst ist schon erleuchtet und dafür benötigt man i.d.R. keine 10 Jahre.
Eine intensive Meditation ist sehr hilfreich für eine schnelle Erleuchtung, noch schneller wirkt, ZEN in all Deinen Tätigkeiten und Handlungen im Alltag zu leben. Ich möchte für diesen Fall behaupten, dass Du dann in keinen 3 Jahren erleuchtet sein wirst.

"In dem Augenblick, in dem YAKUSAN sagt: "Zu einer Zeit auf dem hohen, hohen Berggipfel stehen, zu einer Zeit auf dem tiefen, tiefen Meeresgrund gehen" - in diesem Augenblick ist bloß dieses Stehen auf dem Berggipfel und Gehen auf dem Meeresgrund da, dessen schlechthinnige Faktizität genaugenommen kein beschreibendes Wort mehr zuläßt. Die radikale Faktizität der Diskontinuität ist der Ort, an dem alles, auch das Denken, gelassen wird."
Ryosuke Ohashi, Kyoto

Hilfreiche Voraussetzungen für eine schnelle(re) Erleuchtung ...
Ich könnte jetzt hier die ganzen Regeln und Empfehlungen von Buddha auflisten - wenn Du diese wirklich ernst nimmst und in Deinem Leben umsetzt, läufst Du mit grossen Schritten auf die Erleuchtung zu.
Aber einige wesentliche Punkte sind die folgenden:

  • Erkenne Deine psychischen Probleme, Deine nicht integrierten unbewussten Inhalte, Deine Ängste und Unsicherheiten und löse sie.
  • Erkenne Deine Anhaftungen an Gewohnheiten, an Begriffen, an Dualität, an Doktrinen und Deine falschen/unrealistischen Glaubensvorstellungen.
  • Lebe immer im Hier und Jetzt, in genau diesem Moment - lebe nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft.
  • Erkenne die Welt, wie sie wirklich ist und und nicht wie Du sie gerne hättest. Nur wo das "Gute" ist kann "böses" aufkeimen, nur wo das "Böse" ist, kann "gutes" aufgehen - beides gehört zum Leben. "Gut" und "Böse" sind die beiden Seite einer Medaille, der Medaille des Lebens!
  • Gehe den Mittleren Weg Buddhas, meide alle Extreme, meide Süchte, meide Ablehnungen, werde nicht Opfer Deiner Emotionen!
  • Nehme die Herausforderungen, die die Welt und das Leben an Dich stellt an und mache engagiert das Beste daraus.
  • Strebe ein hohes ethisches Niveau gegenüber anderen Menschen und allen Lebewesen an.
  • Gehe mit anderen Menschen um als wären sie du selbst.
  • Verspüre nicht nur die Einheit mit allen anderen Menschen, sondern auch mit allen Tieren dieser Welt und ziehe die Konsequenzen daraus!

"dass es sich ... im Satori um ein natürliches Geschehen handelt, ja sogar um etwas dermassen Einfaches, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht, und wenn man es erklären will, immer gerade das sagt, was den anderen in die grösste Verwirrung stürzt."
Carl Gustav Jung

"Daher ist das Geheimnisvolle, daß wir bereits erleuchtet sind, wir sind bereits Buddha, wir müssen gar nichts mehr tun, nirgendwo mehr hingehen, um etwas zu erreichen, wir müssen uns nicht verändern, keine Erfahrung machen, wir sind bereits im Nirvana, sind erleuchtet, es fehlt uns nichts."
Christoph Jantzen: Was ist ZEN?

"Der Zen-Meister Shunryu Suzuki sagte seinen Schülern, dass sie nicht meditieren sollen, um Erleuchtung zu erlangen, sondern davon ausgehen sollen, dass sie schon erleuchtet sind und nur in Meditation sitzen, um ihre Erleuchtung angemessen auszudrücken."
Zen-Meister Shunryu Suzuki: Allgemeines über Meditation

Wann bin ich erleuchtet?
Es heisst immer wieder in den Schriften und von erleuchteten Meistern, dass jeder schon erleuchtet ist und das "nur" noch erkennen muss.
Es kommt schon mal vor, dass ein Meister die Erleuchtung von einem Schüler bestätigt und sich darin geirrt hat. Auch erkennen die Meister verschiedener Richtungen nicht unbedingt ihre gegenseitige Erleuchtung und auch Buddha hat nur selbst seine Erleuchtung erkennen können.
Auch nach der Psychoanalyse ist die Erleuchtung nur ein Wandel Deines Bewusstseins - Du siehst aufeinmal die Welt ganz anders.

"Ein anderer Meister lehrt, dass sich nach dem Erwachen eigentlich gar nichts grundsätzlich ändert, da wir zur Natur und Wirklichkeit zurückgekehrt sind. Das heißt, wir erkennen dann, dass der Raum in den zehn Richtungen wirklich der Raum in den zehn Richtungen ist und dass sich nichts Fundamentales geändert hat. Es gibt also keine großartige Veränderung durch die sog. Erleuchtung."
"Nachdem diese großen Meister und Buddhas die Wahrheit erlangt haben, leben sie also einfach und fast unauffällig weiter. Sie handeln je im gegenwärtigen Augenblick und im Hier und Jetzt"
Yudo Juergen Seggelke

Es gibt ein ganz einfaches "Rezept" wonach jeder selbst nachprüfen kann, ob er erleuchtet ist oder nicht: Solange Du noch sagen kannst "ICH bin erleuchtet oder ICH bin nicht erleuchtet", bist Du definitiv nicht erleuchtet. Solch eine Feststellung "ICH bin ..." zeigt, dass noch ein ICH da ist und Du nicht erleuchtet sein kannst. Erst wenn Dein ICH verschwunden ist, ist die Erleuchtung voll da - jemand der erleuchtet ist, hat Schwierigkeiten, dies verständlich mitzuteilen.

"Kommt Erleuchtung, ist es gut, kommt keine Erleuchtung, ist es auch gut.
Tatsächlich, das ist Erleuchtung."
Seung Sahn

"... es handel sich nicht um mystifizierende Geheimniskrämerei, sondern um ein Erlebnis, das allen die Sprache verschlägt. Satori kommt als ein Unerwartetes, nicht zu Erwartendes."
Carl Gustav Jung im Vorwort zu: Die grosse Befreiung

"Satori ist ... unbestimmbar, unaussagbar; ... Seinem Wesen nach ist Satori ein unerwartetes Erlebnis, und man beschreibt es öfter als ein "Umschlagen" des Gemütes, so wie eine Waage plötzlich umschlägt, wenn man in eine der Schalen so viel Material schüttet, dass das Gewicht der anderen überwogen wird."
Alan Watts in "Vom Geist des ZEN"

Erleuchtung ist unplanbar und absichtslos ...
Wer ständig in seiner Meditation und im Alltag an die Erleuchtung denkt, baut eine zu grosse Erwartungshaltung auf und kann genau deswegen nicht erleuchtet werden. Erleuchtung kommt genau dann, wenn man sie gar nicht erwartet. Die ZEN-Erleuchtung kommt meist auch gar nicht in der Meditation sondern im Alltag, wärend einer "Alltagshandlung"!

"Erleuchtung ist Tätigkeit. Erleuchtung ist nicht etwas, das man erfährt. Sie ist nicht etwas, das du besitzt und das andere, unerleuchtete Leute nicht haben. Erleuchtung ist etwas, das du tust. Darum hat Dogen gesagt, dass Zazen an sich schon Erleuchtung ist. Wenn du dich wie ein Buddha verhältst, dann ist dieses Verhalten, diese Handlungsweise, Erleuchtung. Wenn du dich aber wie ein Arschloch benimmst, naja..."
ZEN-Meister und Dharma-Nachfolger Brad Warner

"... eines Tages nach einer durchgesessenen Nacht aufstand, um sich in einem nahegelegenen Bergfluß zu waschen. Plötzlich durchdrang ihn das Geräusch des gurgelnden Wassers, und die Erkenntnis brach für einen Moment in ihm auf."
aus dem Buch: Verrückte Wolken, Zen-Meister, Zen-Rebellen

"Als Ikkyu ... in einem kleinen Boot auf dem Biwasee sitzend meditierte, provozierte wieder ein Geräusch sein Erwachen - diesmal der Ruf einer Krähe am frühen Abend. Ikkyu erfuhr sein großes satori, das ganze Universum wurde zum Krähenruf, und selbst 'ein Halt' entfiel ihm. Kaso bestätigte das satori,"
aus dem Buch: Verrückte Wolken, Zen-Meister, Zen-Rebellen

Erleuchtung durch und mit der Natur - Biophilie.
Du sitzt zur ZEN-Meditation in einem Keller, einem festumbauten Raum, einem Haus? Ist Dir klar, dass eine Erleuchtung dort nur schwer vorkommt und wenn, dann nicht sehr stabil ist? Dogen hat geschrieben, dass eine Erleuchtung in und durch die Natur viel stabiler, dauerhafter ist und ein solcher Erleuchteter, kaum jemals wieder zurückfallen wird.
Übrigends geht das stark mit der Biophilie von Erich Fromm und Edward O. Wilsen konform. Der Mensch ist durch und mit der Natur geschaffen und damit ganz natürlich auf die Natur ausgerichtet. Eine Erleuchtung in diesem natürlichen Umfeld zu finden ist damit viel einfacher.
Genau deswegen haben sich viele ZEN-Meister und -Mönche einfache Hütten mitten in der Natur erbaut und wollten nicht in gemauerten Klöstern leben. Zen-Meister Bassui ist durch das gurgeln eines Baches erleuchtet worden. Bassui übte sogar oben in den Bäumen Zazen. Später lebte er dann statt in einem Kloster, in einem Baumhaus.
Meister Ikkyu erfuhr auf einem kleinen Boot, mitten auf einem See, durch den Ruf einer Krähe grosses Satori. Wilde Vögel nahmen Futter aus seiner Hand an.
Falls Du ernsthaft auf der Suche nach Erleuchtung bist, solltest Du Dich fragen, wieviel Zeit Du in der rechten Gesinnung und Meditation in der Natur verbringst, um Deiner Erleuchtung die Möglichkeit zu einem Durchbruch zu erleichtern und ermöglichen?

"Auch die Einbildung ist ein psychischer Vorgang, weshalb es völlig irrelevant ist, ob eine Erleuchtung "wirklich" oder "eingebildet" genannt wird. Der, welcher eine Erleuchtung hat oder zu haben vorgibt, meint auf alle Fälle, erleuchtet zu sein ... Selbst wenn er löge, wäre seine Lüge eine seelische Tatsache."
Carl Gustav Jung

"... liegt der Wert dieses Textes vor allem darin, dass er uns eindrücklich die Notwendigkeit fortgesetzter Schulung klarmacht. Satori ist kein Ziel, kein Endpunkt des Zen-Weges; es gibt eine Zen-Schulung vor und eine Zen-Schulung nach Satori. Dies wird in der westlichen Zen-Literatur häufig unterschlagen."
Tojo Goi Hensho Kuketsu

Erleuchtung und danach?
Da hat jemand ein Erleuchtungserlebnis und wird dann doch später zum Mörder oder Terroristen ... Mit "Erleuchtung" ist es nicht getan, dass man ab da für immer ein "guter" Mensch ist und immer vorbildlich Buddha nachfolgt. Das Zitat davor zeig, dass auch nach der "Erleuchtung" die Schulung und persönliche Entwicklung genau so weiter geht wie zuvor auch. Es gibt sogar Ideen, das man nur auf Zeit "ZEN-Meister" ist und sich eben immer wieder neu bewähren muss um wieder ernannt zu werden. Man darf hier nicht zu viel und nicht zu wenig in die Erleuchtung hinein interpretieren. Wenn man einmal die Wirklichkeit gesehen (= Erleuchtung) hat, wie sie wirklich ist, dann weiss man das "bis in alle Zeiten" und vergisst es auch nie mehr. Aber trotzdem ist man in diesem "unvollkommenen" menschlichen Körper mit all seinen Unzulänglichkeiten. Darum handelt ein Erleuchteter eben nicht immer erleuchtet, sondern handelt und entscheidet auch falsch. In seinen Handlungen fällt man immer wieder von der Erleuchtung ab und muss auch als "ZEN-Meister" sein ganzes Leben an sich arbeiten.
"Erleuchtung" ist auch nicht die letzte Stufe im Prozess, sondern erst die vorletzte Stufe.

"Dauert der Zustand des Erwachens zur Erleuchtung für immer?
... Das erleuchtete Selbst muss die Aktivität des Zurückkehrens ausführen.
Der Zustand der Verbindung wird samadhi genannt. Das Samadhi wird durchbrochen und dann kommt ein Selbst, ein erwachtes Selbst zum Vorschein. ... dass wir diesen dynamischen Werdegang praktizieren, der abwechselnd ein vollkommenes Selbst (z.B. in Meditation) ... und von dort aus ein unvollkommenes Selbst (z.B. im Alltag), d.h. ein erwachtes Selbst in Erscheinung treten lässt. "
Joshu Sasaki

"Der Wunsch, Satori festzuhalten, sich seines Besitzes zu versichern, tötet es auf eben diese Weise ..."
Alan Watts in "Vom Geist des ZEN"

Es gab bekannte erleuchtete Mönche, die trotzdem noch z.B. 9 Jahre meditiert haben, um diese Erleuchtung total zu durchdringen und diese in den Alltag umsetzen zu können.

"Sagt jemand 'ich habe Erleuchtung', dann unterliegt er einem Irrtum.
Viele Schüler denken, 'ich möchte Erleuchtung! Ich möchte Erleuchtung!'
Solange sie so denken, erreichen sie niemals Erleuchtung."
Seung Sahn

"Vor der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser tragen. Nach der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser tragen."
Autor mir unbekannt ...

Interessante Links: Die erste Erleuchtung
Zazen und Erleuchtung
Nietzsche, Zen und die plötzliche Erleuchtung.
Tan-Hsya Tien-shan - Erleuchtungsbericht
ZEN - ein Erfahrungsweg
Erleuchtung durch Urinlassen ...
Trickfilm: Der erleuchtete Mönch

"Wenn sich jemand an eine Buddhastatue festgeklammert, ist er vom Weg abgekommen. Vielleicht müsste ich meine Statuen auch anzünden und das Feuer für mein Teewasser gebrauchen? In den Augen vieler Buddhisten wäre dies tatsächlich Blasphemie. Aber bei solch provokativen Handlungen ging es nie um eine Revolution um der Revolution willen. Dahinter steckte vielmehr die Frage von Buddha, wie es zum Leiden kommt. Leiden kommt durch Festhalten."
Zen-Lehrer Marcel Geisser

"Aber Ananda, was will denn die Jüngerschaft noch von mir? Ich habe ihnen mein ganzes Wissen weitergegeben. Es gibt keine verborgenen Lehren. Ich habe nichts in der Hinterhand, es gibt keine Geheimnisse mehr, die darauf warten, gelüftet zu werden."
Buddha

"... Erleuchtung wäre ein Beitrag zur Steigerung der persönlichen Wichtigkeit ..."
Buddhismus für Dummies

"Erleuchtung? Nein danke, bitte nicht für mich. ... deshalb interessiere ich mich auch nicht für eine Theorie der Erleuchtung. Für mich ist Erleuchtung nur ein Wort, und dazu ein überflüssiges."
vom ZEN-Abt Muho in Japan

"So wie der Ozean langsam tiefer wird, sich allmählich neigt, sich nach und nach senkt und nicht schlagartig abfällt -, genau so verhält es sich mit dieser Lehre und Praxis: Sie beinhaltet eine fortschreitende Übung, eine sich vertiefende Verwirklichung, eine abgestufte Vorgehensweise. Höchste Einsicht und durchdringendes Wissen werden nicht mit einemmal erreicht."
aus Anguttara Nikaya 8,19 bzw. Udana 5,5 übersetzt von Alfred Weil

"Es gehe darum, von der Idee des Erlöschens zum Erlöschen der Idee zu kommen."
Nagarjuna-Übersetzer und -Kommentator Guy Bugault