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| Erleuchtung, Erwachen, Kensho im ZEN !
Was ist Erleuchtung oder besser Erwachen?
"Die Fragen, über die ich mir als Kind den Kopf zerbrach, waren eigentlich alle falsch gestellt.
Später machte ich den Fehler, mir vom Buddhismus die Erleuchtung zu versprechen, die ich für die Antwort auf all diese falschen Fragen hielt.
Erst später erkannte ich, dass es vielmehr darum geht, loszulassen: Loslassen von der falschen Vorstellung eines versteckten "wahren Selbstes",
loslassen von der fixen Idee, das Leben müsse diesen oder jenen Sinn haben, loslassen selbst von der Suche nach Erleuchtung oder Glück oder was auch immer."
"Aber was ist Erleuchtung? Für mich ist sie die
Einsicht in die Einheit des Lebens. Und der Beweis für
sie ist, ob man tatsächlich erleuchtet handelt. Hilfst du
anderen?"
Der bekannte (deutsche) ZEN-Abt in Japan Muho hat z.B. hat nie so etwas wie eine "Erleuchtung" (wie Anfänger gerne das Wort verwenden) erfahren oder ein Erleuchtungsmoment gehabt, mit Visionen oder "übernatürlichen" Erfahrungen - er hat einfach nur (schwer) gelernt, die Illusionen der Menschen und von sich selbst zu durchschauen und damit freier und selbstbestimmter leben zu können. Übrigens ist das typisch für "Soto-ZEN". Für wen das nicht ausreicht, für den habe ich noch folgende Erläuterungen von Nirvana:
"Daher ist es offensichtlich, dass das ursprüngliche buddhistische Ziel, nirvana,
die Wiederherstellung gesunder Lebensbedingungen bedeutete." Eine reife, weisse Perönlichkeit, die sich nicht mehr von Emotionen leiten lässt und geistig-seelisch gesund ist, die ist erleuchtet im Sinne Buddhas.
"Und ich hatte realisiert, dass im Leben selbst eigentlich kein Sinn steckt, außer der, den ich ihm zumesse."
"Als kürzesten, aber auch steilsten Weg zum Erwachen lehrt Zen die Praxis des Zazen"
"Wenn du an das Ende des Weges kommst und vollkommene Einsicht findest, wirst du sehen, daß Erleuchtung ein Witz ist."....
"Das Leben ist ein Witz, das wirst du eines Tages verstehen lernen.
Nicht jetzt, aber es wird soweit kommen."
Die ursprüngliche Praxis: so hat Buddha die erste "Erleuchtung" bestätigt.
"Plötzlich zeigte sich ein Lächeln auf dem Gesicht von Kondanna, einem der fünf.
Er und der Buddha sahen sich an, und da war sofort ein tiefes, freudevolles Verstehen zwischen den Beiden.
'Kondanna hat verstanden, Kondanna hat wirklich verstanden!' rief der Buddha.
Die Wahrheit war kommuniziert worden und es gab nun einen zweiten Erleuchteten auf der Welt."
Es geht hier ganz klar hervor, dass Kondanna verstandesmässig die Darlegung Buddhas
und den tieferen Sinn hinter den Worten verstanden hat.
Das gemeinsame Verstehen und der "Gleichklang" waren für Buddha ausreichend, Kondanna gleich seine "Erleuchtung" zu bestätigen.
Es ist ganz wichtig hier fest zu halten, dass es dabei nicht verborgenes und nichts "esoterisches" gab
- Buddha lehnte ja dies alles als nicht förderlich für die Erwachung ab.
Es reichte Buddha, wenn jemand den Sinn seiner Lehre verstanden hatte, ihn vielleicht aus eigener Erfahrung bestätigen konnte
und sich dann vornahm, danach auch zu leben.
Eins werden mit Allem oder die Einheit erkennen?
"Wenn es keinen Unterschied zwischen dem Subjekt und dem Objekt mehr gibt,
kann die unterscheidende Position des Subjekts, zu nennen und benannt zu werden, nicht mehr entstehen.
Da das Sein durch die Sprache entsteht, kann die Welt des Seins ohne Nennung nicht existieren.
Das Sein und das vom Sein vorausgesetzte Nicht-Sein verschwinden völlig.
Dieser Zustand des 'Weder Sein noch Nicht-Sein' ist gleich dem Zustand des Seins und gleich dem des Nicht-Seins.
Denn die Aufgabe der 'Ent-Definierung' des Seins (und Nicht-Seins) trägt dazu bei,
den dualistischen Gedanken zu vernichten und schafft diese zwei Variablen.
Dieser Status wird beim Zen als 'Mu' ('Nichts') bezeichnet."
Stufen der Erleuchtung?
"In unserem täglichen Leben erfahren wir oft Samadhi ...
Im ZEN-Buddhismus gibt es so viele Stufen von Erleuchtung - viele Meister haben sich hier mit einem eigenen Konzept ein Denkmal setzten müssen ...
Im Rinzai-Zen gibt es 8 Stufen, klassisch gibt es die "10 Ochsen" - eine andere Aussage heisst, jeder ist schon erleuchtet.
Also von 0-10 Stufen ist alles vertreten. Nur wenn ich Dir sage, jeder ist schon erleuchtet,
dann ist Dir das nicht sehr hilfreich, auch wenn es wahr ist!
Jeder von uns steht/stand bei Stufe 1 und entwickelt sich über die Stufe 2 zur Stufe 3 - zwischen der Stufe 2 und 3 steht die Erleuchtung. Jeder, der hier Stufe 1 und 3 lesen und vergleichen kann, sollte dringend noch einmal darüber nachdenken, was Erleuchtung ist ... es ist einfacher als jeder Sucher denkt und doch macht es sich jeder so schwer!
"Eno bestätigte Yoka, der noch eine Nacht bei ihm blieb.
Deshalb gab man ihm den Beinamen 'Der in einer einzigen Nacht erweckte Mönch'."
Wie lange dauert es, bis man (ZEN-)erleuchtet ist?
"In dem Augenblick, in dem YAKUSAN sagt: "Zu einer Zeit auf dem hohen, hohen Berggipfel
stehen, zu einer Zeit auf dem tiefen, tiefen Meeresgrund gehen"
- in diesem Augenblick ist bloß dieses Stehen auf dem Berggipfel und
Gehen auf dem Meeresgrund da, dessen schlechthinnige Faktizität
genaugenommen kein beschreibendes Wort mehr zuläßt.
Die radikale Faktizität der Diskontinuität ist der Ort, an dem alles, auch das Denken, gelassen wird."
Hilfreiche Voraussetzungen für eine schnelle(re) Erleuchtung ...
"dass es sich ... im Satori um ein natürliches Geschehen handelt,
ja sogar um etwas dermassen Einfaches, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht,
und wenn man es erklären will, immer gerade das sagt, was den anderen in die grösste Verwirrung stürzt."
"Daher ist das Geheimnisvolle, daß wir bereits erleuchtet sind, wir sind bereits Buddha,
wir müssen gar nichts mehr tun, nirgendwo mehr hingehen, um etwas zu erreichen,
wir müssen uns nicht verändern, keine Erfahrung machen, wir sind bereits im Nirvana,
sind erleuchtet, es fehlt uns nichts."
"Der Zen-Meister Shunryu Suzuki sagte seinen Schülern, dass sie nicht meditieren sollen, um Erleuchtung zu erlangen,
sondern davon ausgehen sollen, dass sie schon erleuchtet sind und nur in Meditation sitzen,
um ihre Erleuchtung angemessen auszudrücken."
Wann bin ich erleuchtet?
"Ein anderer Meister lehrt, dass sich nach dem Erwachen eigentlich gar nichts grundsätzlich ändert,
da wir zur Natur und Wirklichkeit zurückgekehrt sind.
Das heißt, wir erkennen dann, dass der Raum in den zehn Richtungen wirklich der Raum in den zehn Richtungen ist
und dass sich nichts Fundamentales geändert hat.
Es gibt also keine großartige Veränderung durch die sog. Erleuchtung."
Es gibt ein ganz einfaches "Rezept" wonach jeder selbst nachprüfen kann, ob er erleuchtet ist oder nicht: Solange Du noch sagen kannst "ICH bin erleuchtet oder ICH bin nicht erleuchtet", bist Du definitiv nicht erleuchtet. Solch eine Feststellung "ICH bin ..." zeigt, dass noch ein ICH da ist und Du nicht erleuchtet sein kannst. Erst wenn Dein ICH verschwunden ist, ist die Erleuchtung voll da - jemand der erleuchtet ist, hat Schwierigkeiten, dies verständlich mitzuteilen.
"Kommt Erleuchtung, ist es gut, kommt keine Erleuchtung, ist es auch gut.
"... es handel sich nicht um mystifizierende Geheimniskrämerei,
sondern um ein Erlebnis, das allen die Sprache verschlägt.
Satori kommt als ein Unerwartetes, nicht zu Erwartendes."
"Satori ist ... unbestimmbar, unaussagbar; ...
Seinem Wesen nach ist Satori ein unerwartetes Erlebnis, und man beschreibt es öfter als ein "Umschlagen" des Gemütes,
so wie eine Waage plötzlich umschlägt, wenn man in eine der Schalen so viel Material schüttet,
dass das Gewicht der anderen überwogen wird."
Erleuchtung ist unplanbar und absichtslos ...
"Erleuchtung ist Tätigkeit. Erleuchtung ist nicht etwas, das man erfährt.
Sie ist nicht etwas, das du besitzt und das andere, unerleuchtete Leute nicht haben.
Erleuchtung ist etwas, das du tust. Darum hat Dogen gesagt, dass Zazen an sich schon Erleuchtung ist.
Wenn du dich wie ein Buddha verhältst, dann ist dieses Verhalten, diese Handlungsweise, Erleuchtung.
Wenn du dich aber wie ein Arschloch benimmst, naja..."
"... eines Tages nach einer durchgesessenen Nacht aufstand, um sich in einem nahegelegenen Bergfluß zu waschen.
Plötzlich durchdrang ihn das Geräusch des gurgelnden Wassers, und die Erkenntnis brach für einen Moment in ihm auf."
"Als Ikkyu ... in einem kleinen Boot auf dem Biwasee sitzend meditierte, provozierte wieder ein Geräusch sein Erwachen
- diesmal der Ruf einer Krähe am frühen Abend.
Ikkyu erfuhr sein großes satori, das ganze Universum wurde zum Krähenruf, und selbst 'ein Halt' entfiel ihm.
Kaso bestätigte das satori,"
Erleuchtung durch und mit der Natur - Biophilie.
"Auch die Einbildung ist ein psychischer Vorgang, weshalb es völlig irrelevant ist,
ob eine Erleuchtung "wirklich" oder "eingebildet" genannt wird.
Der, welcher eine Erleuchtung hat oder zu haben vorgibt, meint auf alle Fälle, erleuchtet zu sein ...
Selbst wenn er löge, wäre seine Lüge eine seelische Tatsache."
"... liegt der Wert dieses Textes vor allem darin, dass er uns eindrücklich
die Notwendigkeit fortgesetzter Schulung klarmacht. Satori ist kein Ziel, kein Endpunkt
des Zen-Weges; es gibt eine Zen-Schulung vor und eine Zen-Schulung nach Satori. Dies wird in der
westlichen Zen-Literatur häufig unterschlagen."
Erleuchtung und danach?
"Dauert der Zustand des Erwachens zur Erleuchtung für immer?
"Der Wunsch, Satori festzuhalten, sich seines Besitzes zu versichern, tötet es auf eben diese Weise ..."
Es gab bekannte erleuchtete Mönche, die trotzdem noch z.B. 9 Jahre meditiert haben, um diese Erleuchtung total zu durchdringen und diese in den Alltag umsetzen zu können.
"Sagt jemand 'ich habe Erleuchtung', dann unterliegt er einem Irrtum.
"Vor der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser tragen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken und Wasser tragen."
"Wenn sich jemand an eine Buddhastatue festgeklammert, ist er vom Weg abgekommen.
Vielleicht müsste ich meine Statuen auch anzünden und das Feuer für mein Teewasser gebrauchen?
In den Augen vieler Buddhisten wäre dies tatsächlich Blasphemie.
Aber bei solch provokativen Handlungen ging es nie um eine Revolution um der Revolution willen.
Dahinter steckte vielmehr die Frage von Buddha, wie es zum Leiden kommt. Leiden kommt durch Festhalten."
"Aber Ananda, was will denn die Jüngerschaft noch von mir?
Ich habe ihnen mein ganzes Wissen weitergegeben. Es gibt keine verborgenen Lehren.
Ich habe nichts in der Hinterhand, es gibt keine Geheimnisse mehr, die darauf warten, gelüftet zu werden."
"... Erleuchtung wäre ein Beitrag zur Steigerung der persönlichen Wichtigkeit ..."
"Erleuchtung? Nein danke, bitte nicht für mich.
... deshalb interessiere ich mich auch nicht für eine Theorie der Erleuchtung.
Für mich ist Erleuchtung nur ein Wort, und dazu ein überflüssiges."
"So wie der Ozean langsam tiefer wird, sich allmählich neigt, sich nach und nach senkt und nicht schlagartig abfällt -,
genau so verhält es sich mit dieser Lehre und Praxis:
Sie beinhaltet eine fortschreitende Übung, eine sich vertiefende Verwirklichung, eine abgestufte Vorgehensweise.
Höchste Einsicht und durchdringendes Wissen werden nicht mit einemmal erreicht."
"Es gehe darum, von der Idee des Erlöschens zum Erlöschen der Idee zu kommen."
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