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| Christliches Zen ?
"Pikanterweise steht der Dalai Lama der Begeisterung, mit der sich westlich geprägte Menschen auf den Buddhismus stürzen, sehr skeptisch gegenüber und rät dazu, erst einmal in der eigenen Religion nach spiritueller Erfüllung zu suchen."
"Man vermißt einen echten Glauben ebenso wie eine Bindung an Gott oder Götter oder an irgendeine 'höhere Macht',
sei sie auch noch so schwer zu definieren; und es fehlt auch ein Kult. [...]
Buddha steht in einer philosophischen Tradition;
ja er bildet [...] mit seiner Lehre den Abschluss einer bestimmten philosophischen Entwicklung."
Wie vorgenanntes Zitat zeigt, fehlen dem (ZEN-)Buddhismus wesentliche Begriffe und Vorstellungen einer Religion.
Man könnte ihn durchaus als eine Lebensphilosophie für jedes Individuum bezeichnen.
Dies zeigt schon einmal etwas das diametrale Verhältnis zu einer christichen Religion auf.
"Gegenüber allen christlichen Versuchen, Zen anzueignen, zu "inkulturieren" und zu domestizieren,
gilt es zunächst klarzustellen, dass Zen nie etwas anderes war und ist als lebendiger Buddhismus:
Zen-Weg ist Buddha-Weg."
"Zazen kommt aus dem Buddhismus. Wer dies leugnet,
tut sich selbst und der Sache nichts Gutes und ist eher unredlich.
Auf die buddhistische Herkunft weisen Rituale, Rezitationen, Statuen, Lehrvortrag.
Zen hat unmittelbar zu tun mit Buddha, Dharma und Sangha."
"Wie das Zen zutiefst im Buddhistischen verwurzelt ist
- ohne Shãkyamuni den erleuchteten Stifter, ist der Zen-Weg schlechterdings unvorstellbar -,
so verdankt der Buddhismus vieles von seinem Besten der Zen-Bewegung.
Ohne Zen, so darf man füglich sagen, wäre der Buddhismus nicht das, was er ist."
Die christliche Kirche steht für "einen Gott im Himmel", eine "Hölle", für ein Weiterleben der Seele im "Himmel".
"Letzten Endes aber gibt es im Buddhismus und im Christentum gewisse Grundüberzeugungen, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen -
wie etwa die Vorstellung eines erlösenden, allmächtigen Schöpfergottes.
Die meisten Menschen, die sich zwischen Buddhismus und Christentum hin- und hergerissen fühlen, entscheiden sich daher früher oder später doch für eine der beiden Traditionen."
"Der Buddhismus ist gottfrei, also kann es nichts geben, zu dem sich eine mystische Verbindung herstellen ließe.
Die Gleichsetzung des Buddhismus mit Esoterik und Mystik ist das größte aller Missverständnisse."
"Zen ist die radikale Beseitigung jeglicher Vorstellungen und Glaubensinhalte.
Alles, was vor die Wirklichkeit gestellt wurde, wird oder werden soll,
und das gerade ist ja die Übung des Zen, lernt der direkt Erlebende
- wenn er nicht in eine so genannte "christliche Zen-Gruppe" gerät -
zu identifizieren und loszulassen."
ZEN ist auch eine der (vielen) Richtungen im Buddhismus, aber auch wieder etwas losgelöst davon, indem ein "Götterüberbau" und religiöse Rituale reduziert wurden. Wer den ZEN-Weg geht wird alle Gottesvorstellungen und alle Vorstellungen von einem "Himmel" hinter sich lassen (müssen) - sonst wird man auf diesem Weg nie entscheidend voran kommen. Und für Buddhisten wiegt noch schwerer als für Christen: Die Spekulation und den Glauben an ein Leben nach dem Tode oder eine Wiedergeburt muss man ebenfalls hinter sich lassen ...
"Auf katholischer Seite zeigt das dem Zen-Meister und Benediktinermönch Willigis Jäger seitens des Vatikans im Jahr 2002 auferlegte Bußschweigen - an das
sich Jäger aber offensichtlich nicht zu halten gedenkt -,
daß der Vereinbarkeit von christlichem und buddhistischem Gedankengut zumindest aus römischer Perspektive Grenzen gesetzt sind."
"Die von Rom beanstandeten Äußerungen Willigis Jägers zeigen recht deutlich,
daß auch er diesem Widerspruch nicht entgeht, daraus aber offensichtlich die Konsequenz gezogen hat,
sich auf die Seite eines buddhistischen ... Gottesverständnisses zu schlagen."
Kann nicht ein Christ und ein Buddhist gemeinsam den ZEN-Weg gehen und beide "erleuchtet" werden?
"Alles, was einem Gläubigen kirchlicher- oder theologischerseits zu tun vorgegeben oder angeraten
wurde und wird, um auf eine gnadenvolle Erlösung demütig hinzuarbeiten,
ist im Geiste des Zen Ausdruck tiefster Verblendung und ein völlig nutzloses Unterfangen."
"Und genauso, wie man den Heilungserfolg bezweifeln darf,
wenn jemand homöopathische und allopathische Medikamente kombiniert, ...
so kann man auch Zen und Buddhismus nicht mit Glaubensvorstellungen kombinieren.
Man kann nicht zugleich Atheist sein und an Gott glauben."
Einem Christen wird es um ein vielfaches schwerer Fallen, den ganzen "dreieinigen Gott" und die ganzen kirchlichen Rituale hinter sich zu lassen, sich davon vollständig zu lösen, um somit offen und empfänglich für die persönliche "Erleuchtung" zu sein. Wie nachfolgendes Zitat zeigt, löst sich für einen Christen im Zazen sein Christsein auf: jegliche Dualität von Gott/Mensch, Gut/Böse, Himmel/Hölle wird für ihn verschwinden ...
"Vielen von Euch, die zu mir in die Kurse kommen, entschwindet plötzlich ihr religiöses Fundament.
Bei manchen war es schon längst nicht mehr da, es wird ihnen erst jetzt bewußt.
Andere spüren, wie ihnen ihre angestammte Religion Stück für Stück entgleitet. Sie sind beunruhigt."
"Zen beruht auf Selbstrettung (Jiriki) und steht damit im absoluten
Gegensatz zu einer geglaubten Errettung (Tariki)
durch eine andere oder übergeordnete Macht
... Im Erleuchtungserlebnis hat jeglicher Glaube mit all den
unwirklichen Konstruktionen von Schöpfer und Geschöpf ... aufgehört zu existieren."
"Die Zen-Organisation "Mumonkai" sah Mitte der 90er Jahre im "christlichen Zen" eine Vereinnahmung durch den Katholizismus, ja sogar einen Betrug, da buddhistische und christliche Lehren schlichtweg nicht zu vereinbaren seien."
Persönlichkeiten des "christlichen ZEN":
"Die einen nehmen Christen als Schüler,
die andern nennen "Christliches Zen" eine vegetarische Fleischkost, "
Sektenstrukturen im Buddhismus und Meisterkult...
"Nicht selten weisen jene, die am Autoritätsanspruch eines Papstes kein gutes Haar lassen,
Meistern und Gurus gegenüber eine völlig kritiklose und fast schon devot zu nennende Unterwürfigkeit auf.
...Daß dies Mißbrauch, sei er finanziell oder sexuell, begünstigen kann, liegt auf der Hand."
Christen sind es nicht gewohnt "ihren" Priester in Frage zu stellen und seine Lehre zu hinterfragen. Genau dies hat aber Buddha von seinen Anhängern gefordert. Buddhisten sollen nur logische und vernünftigen Aussagen folgen. Die Aussagen von "Meistern" sind mit denen des Buddha zu vergleichen. Der Dalai Lama sagt, man sollte seinen Meister erste einmal 12 (!!) Jahre prüfen, bevor man ihn den annimmt! So etwas ist ein Christ nicht gewohnt ...
"Aus alledem müsste ein echter Christ, wenn er bereit ist, seinem "Christ-Sein" ehrlich zu entsprechen,
die klare Erkenntnis gewinnen, dass Zen als atheistischer Weg dem eigenen Bekenntnis diametral entgegen gesetzt ist.
Eine solche Erkenntnis käme dem Christen schützend, aber auch dem Zen respektierend zugute."
"... aber ich habe auch gemerkt, daß unter diesem Begriff 'Christliches Zen' wieder eine neue Form von Dogmatik entstanden ist."
"Nach acht Jahren der Übung mit Ana Maria Schlüter bekam ich einige Differenzen mit ihr, letztendlich weil ich Buddhist war und sie nicht.
Es könnte dumm aussehen, daß ich Unterschiede finde, nachdem ich die Einheit von Allem erfahren habe, aber wie gesagt wurde:
Zen geht über das Unterscheiden hinaus, aber es löscht nicht die Unterschiede."
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