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Sektenstrukturen im ZEN und Buddhismus !

"Gute Lehrer sind rar. Achte darauf, dass der Lehrer für dich gut ist und nicht du gut für den Lehrer."
aus dem Buch Tausend Wege zum ZEN - David Baird

"Wenn es nach 10, 20 oder 30 Jahren immer noch nur den einen Guru gibt und keine seiner Schüler zum Lehrer, zum Guru herangereift ist, dann hat der Lehrer in einer Hinsicht versagt. Er hält die Schüler immer auf dem Stand der erfolglosen Schüler und behält für sich selbst den Status des großen Lehrers; niemand darf 'flügge werden', niemand darf selbst ein Lehrer oder ein weiser Mensch werden."
Jack Kornfield: hat der Lehrer in einer Hinsicht versagt

Motivation:
Ganz wesentlich ist für Dich das, was obiges Zitat aussagt: suche Dir nur solch einen Meister, der DIR nützt und DICH weiter bringt. Ein wirklich erleuchteter Meister hat nicht mehr den Missionierungsdrang, dich unbedingt "bekehren" oder als festen Schüler festhalten zu müssen! Sobald deine Beziehung zu einem Meister vom Geld geprägt wird, z.B. für Meditationsabende, für "Beratung", für Seminare, bedenke, dass ein wahrer buddhistischer Meister für seine Hilfe kein Geld nehmen darf, auch nicht über Umwege, indem man Dich zu einer "Spende" drängt oder gar zwingt. Dies ist zwar bei der Masse der Meister in Deutschland ein schlechter "Standard", aber in keinem Fall im Sinne Buddhas und in keinem Fall gemäss der ursprünglichen Lehre. Das sollte Dich aber nicht davon abhalten, wenn Dir ein Meister wirklich sehr geholfen haben sollte, ihm freiwillig dafür etwas zu spenden - am Besten nur im Erfolgsfall.

"...auf der ganzen Welt zahlreiche Zentren gibt, die von nicht-buddhistischen Lehrern oder sogar von Lehrern, die behaupten, Buddhisten zu sein, geleitet werden, die einfach versuchen, soviel Macht wie möglich über ihre Jünger zu gewinnen und soviel Geld aus ihnen zu pressen, wie sie nur können. Sie sagen ihren Schülern, dass sie allen Besitz aufgeben müssen, und so alles ihrem Lehrer geben sollen. Im Namen der 'Hingabe an den Guru' erzählen sie ihnen, dass sie immer alles tun müssen, was ihnen der Lehrer sagt und nie irgendwelche Fragen stellen sollen."
Lies der Dalai Lama seinen Lamas ausrichten ...

"Die Lehren der unproblematischen Gruppen beschreiben Funktion und Status des Gurus gewöhnlich sehr genau: Der Guru verfügt über zeitweilige Autorität, die sich aus der Tatsache ergibt, dass er sich aufgrund seiner Entwicklungsstufe (oder aufgrund seiner Ausbildung) seines höheren Potentials bewusster ist. Die Autorität des Gurus endet, sobald der Schüler zu einem ähnlichen Maß an Verständnis erwacht ist ... Problematischen Gruppen hingegen steht gewöhnlich eine permanente Autoritätsfigur vor, deren Autorität keineswegs phasengebunden ist. Ziel einer solchen Autoritätsfigur ist es nicht, sich letztendlich überflüssig zu machen, sondern sich als dauerhafter Inhaber aller Macht zu etablieren."
Ken Wilber in seinem Buch: Meister, Gurus, Menschenfänger

"Ich sehe in dieser Liebe zum unangefochtenen spirituellen Führer auf der einen Seite immer noch eine uralte Sehnsucht nach einem Führer, nach geistiger Autorität. Das Nachfolgen-Können ohne Fragezeichen steckt offenbar nicht nur in Deutschland, sondern in Mitteleuropa vielen im Blut. Und wenn man schon keinem Hitler mehr nachfolgt, dann muss es ein östlicher Führer sein. Der Dalai Lama gilt als total friedlich, als fehlerfrei. Kritik am Dalai Lama ist geächtet, wird verfemt. Kritische Bücher zum Dalai Lama dürfen in weiten Kreisen nicht einmal besprochen werden, oder dann nur sehr negativ. All das gefällt mir gar nicht. Wieviel Führerhörigkeit, wie viele Autoritätsbedürfnisse haben wir noch?"
Prof. Georg Schmid zum Dalai Lama Besuch

Missionierende Buddhisten und ZEN-Meister?
Buddha selbst war nie aktiv daran interessiert andersgläubige zum Buddhismus zu bekehren. Er lebte nur ein gutes Beispiel vor und hat damit andere (freiwillig) gewinnen können. Buddha hat nie seine Schüler ausgeschickt, andere Menschen zu missionieren und aus ihren Religionen heraus zu lösen. Generell gilt demnach, wer sich auf Buddha beruft missioniert keine anderen Menschen und drängt anderen nicht den Buddhismus auf. Wenn Du nun neu zum Buddhismus gekommen bist und in einer Gruppe oder bei einem Meister "übst", dann solltest Du Dich immer fragen, wird das von diesen Buddhisten auch wirklich so gesehen und gelebt? Oder will man Dich überreden, überzeugen oder übt irgendwie "Druck" auf Dich aus? Dann sind es keine Buddhisten! Ein Buddhist sollte im Alltag mit seinen Taten überzeugen und nicht mit geschwätzigen Worten. Für Bred Warner und andere ZEN-Buddhisten gilt: wenn niemand danach fragt, dann erzähle auch nichts darüber.

"Davon wurde ich vor Kurzem überzeugt, als ein gewisser buddhistischer Meister mit dem Versuch begann, mich netterweise mit seinen Lehren zu beglücken. Allmächtiger Gott, falls es irgendetwas Lästigeres gibt als das, dann will ich nicht wissen, was es ist. Letztenendes habe ich rausgefunden, wie ich meinen Spamfilter einstelle, um seine E-Mails direkt in den Papierkorb zu leiten, so muss ich den Scheiß wenigstens nicht mehr lesen."
ZEN-Meister und Dharma-Nachfolger Brad Warner

"Den Buddhismus jemandem zu lehren, den du kennst, kommt in etwa dem gleich, jemanden den du kennst, dazu zu bringen mit dir zu schlafen. Du kannst das Thema nicht zur Sprache bringen, ohne derjenigen Person Angst zu machen. Oder noch schlimmer, sie werden sich fühlen, als ob du sie mit deiner Religion vergewaltigt hättest."
ZEN-Meister und Dharma-Nachfolger Brad Warner

Guru- und Meister-Kult:
Wie aus dem vorigen Zitat zu entnehmen ist, hat selbst der Dalai Lama den Guru-/Lama-/Meister-Kult im westen kritisiert und vorallem wie Meister reich werden auf Kosten der Schüler und Schüler abhängig gemacht werden. Meidet jeden Meister wo Euch so etwas widerfährt! Buddha selbst hat gesagt, dass jeder selbst die Worte eines Meisters prüfen soll, ob sie wahr sind und keine noch so schönen Worte von einer noch so bekannten Persönlichkeit einfach so glauben. Meidet schon einmal all die Meister, die glauben von dem Geld ihrer Anhänger und Schüler leben zu müssen - Buddha hat so etwas nie gemacht und hätte dies auch nie akzeptiert!

"Sowohl der falsche, als auch der echte spirituelle Meister unterminiert die Gewohnheitsmuster des Ich. Doch der eine, der Falsche, tut dies in der Absicht, eine Bindung an ihn zu produzieren, wohingegen der andere es auf eine Weise tut, welche die Befreiung fördert."
unbekannt

"Wenn ein Lehrer die Ich-Illusion nicht wirklich durchschaut hat, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis er meint und gar daran glaubt: ICH werde verehrt."
Prüfe und achte den Meister

"Die Tendenz zur Ausweitung des Ego in religiösen Gruppen läuft immer ähnlich. Und äussert sich dann in der Überzeugung: Wir sind die Besten. Oder: Wir sind die Effizientesten, mit der effizientesten Methode zur Erleuchtung. Oder: Wir haben den besten Lehrer. Das läuft sehr kindlich ab, wie damals, als wir klein waren und prahlten mit: Mein Vater ist der Stärkste! Da hat sich nicht viel geändert. Dieser Versuchung erliegen wir immer gern mal wieder."
Prüfe und achte den Meister

Guru-Schüler und Gruppendruck:
Häufig ist es nicht so sehr der Meister, der seine Anhängerschar dominiert, sondern einzelne Anhänger, die in "Führungspositionen" ihre Macht missbrauchen. Dies kommt einerseits daher, dass sie wirtschaftlich Komunen und Gruppen leiten und bestimmen, andererseits, dass sie durch Auslegung der Lehre des Meisters, durch tägliche Regeln und Entscheidungen, das gesamte Zusammenleben bestimmen. Aber auch wenn die Meister das erkennen, sind sie nicht immer in der Lage, diese negativen Tendenzen zu korrigieren, da sie selbst ja auf gutes Wirtschaften und eine gute Organisation durch fähige Anhänger angewiesen sind. Als Beispiel möchte ich hier nennen: die Anhänger von Osho und von Thich Nhat Hanh in Frankreich. In Ostasien z.B. wollen die Schüler häufig keine Ausländer zulassen, wogegen die Meister sich öffnen wollen für Schüler aus aller Welt. Meist setzen sich dann die Schüler durch, vorallem wenn der Meister alt und krank wird.

"Trotzdem haben die Amerikaner Schwierigkeiten, ihren 'eigenen' Buddhismus zu finden und diskutieren seit Jahren, wie dieser aussehen könnte. Thich Minh Duc, ein vietnamesischer Mönch in San Jose, vermutet, dass westliche Buddhisten zu sehr auf das asiatische Guru-Image fixiert sind. 'Jeder hat das Potenzial zur Erleuchtung. Deshalb hat in Vietnam der Buddha ein vietnamesisches Gesicht, in Japan sind seine Züge japanisch geprägt. Haben Sie je eine Buddha-Statue mit einem amerikanischen Gesicht gesehen?'."
Mittel zur moralischen Neubesinnung

"Einst fragte ein Schüler seinen Meister: "Warum gibt es in diesem Land viele mittelmässige Lehrer die soviele Schüler anziehen und die wahren Lehrer werden nicht verstanden?"
Der Meister: "Ein leichtes Mädchen zieht viele Männer an und ein Misthaufen viele Fliegen."
Ursprung unbekannt ...

Negative Auswirkungen einer Sekte auf das Umfeld:
Wenn jemand einer Sekte beitritt oder zu sehr an seinem Meister hängt und nicht mehr selbstbestimmt ist, wirkt sich das negativ auf das ganze Umfeld desjenigen aus: auf seine Familie, seine Freunde, seinen Arbeitsplatz, seine Nachbarn, ... - siehe das nächste Zitat. Ziel des ZEN-Buddhismus ist es, besser in seiner Umwelt zu leben und eben nicht diese Umwelt durch eine neue idealisierte oder künstliche auszutauschen - das bringt nur kurzfristig Vorteile und langfristig grosses Leid ...

"Nach meiner Erfahrung treten diese geschilderten Mechanismen auch in anderen buddhistischen Gruppierungen auf. So bald ein Lehrer/Guru verehrt wird, sind kritische Anmerkungen oft unter Schülern, aber auch beim Lehrer selbst, nicht mehr erwünscht. ... Was herauskommt: Ein gebrochener Mensch, der sich völlig aufgibt, sein Leben ans Kissen verschwendet und sich völlig demütig und kritiklos aller Ungerechtigkeit und Demütigung unterwirft."
Ein ZEN-Aussteiger berichtet ...

"Im vielen Fällen blieben Lebenspartner oder sogar Kinder zurück, wenn einzelne Familienmitglider zu Ole Nydahls Sekte bekehrt wurden und der Rest der Familie nicht mitmachen wollte."
Der Buddha und die Liebe

"So wird man unterschwellig dazu gedrängt, sich Zeit zu nehmen, die man eigentlich für private Dinge, ... und für den Lehrer und die Gruppe 'selbstlos' zu arbeiten. So ordnet man sich immer mehr den Launen des Meisters und des Zen unter. So wird das Leben Stück für Stück umgekrempelt und man hat immer weniger Zeit für private Dinge, wie Freunde treffen; Familie usw. Immer wichtiger wird das Zendo (Ort der Übung) und die Meditation. Und so wird ganz langsam ein Abhängigkeitsverhältnis zur Gruppe und zum Lehrer/Guru geschaffen und ein Rückzug von der Außenwelt vollzogen."
Ein ZEN-Aussteiger berichtet ...

"Außerdem läßt sich nicht nur mit den Methoden der Scientology-Church der Zustand clear erreichen. Die Wörter: Erleuchteter, Eingeweihter, Clear, OT, Zen-Meister, Heiliger heißen ungefär dasselbe ... Gemeinsam haben diese Menschen, daß ihnen von Außen übermenschliche Fähigkeiten zugeschrieben werden: Sie sollen Wunder wirken können..."
Eine Autorin die das positive an Scientology sieht ...

Scientology und der Buddhismus:
Hoffentlich erkennt jeder Leser die Unwahrheit und Gefahr des vorgenannten und bewusst verharmlosenden Zitats. Nicht jede "Erleuchtung" in allen Kulturkreisen ist gleich. Z.B. ist ein "Lama" "erleuchtet", wenn er die entsprechenden magischen Kräfte vorweisen kann - wärend ein ZEN-Meister so etwas nicht nötig hat und an solchen Kräften nicht anhaften sollte. Auch ein indischer Yogi, der weltabgewand im Samadhi verbringt, hat noch nicht die Stufe eines ZEN-Meisters erreicht. Auch der Nachsatz, dass ZEN-Meister okkulte Kräfte entwickeln würden oder Wunder wirken (ganz im Sinne Jesu ...) zeugt nur von Unwissenheit. Hier wird klar impliziert, dass die Scientology ja nur das Selbe Ziel hat wie ZEN - der das behauptet, hat ZEN noch nicht verstanden und auch nicht den Unterschied zwischen Bodhidarma und Ron Hubbard.
Übrigends hat die Scientology versucht in einem Buddhistischen Dachverband Unterschlupf zu finden, um wohl so eher als Religion anerkannt zu werden. Dies wurde aber in Deutschland abgelehnt, weil Scientology mit dem Buddhismus kaum etwas gemeinsam haben.

"Die einfachste Möglichkeit, die ungefähre Entwicklungsstufe einer religiösen Bewegung einzuschätzen, besteht darin, ihre Beziehung zum formal-rationalen Denken festzustellen. Das bedeutet konkret:
a) Gestattet die Gruppe es ihren Mitgliedern, sich frei und auf rationale Weise mit ihren Lehren zu beschäftigen? Oder rät sie von einer kritischen Analyse der Lehren ab, beziehungsweise verhindert sie dies sogar? Gestattet sie einen Vergleich ... Ermutigt sie sogar dazu?
b) Wenn die Gruppe von sich behauptet, über ein Wissen zu verfügen, das "außerhalb" oder "jenseits" des Verstandes liege, hält sie dann trotzdem den Kontakt zum Verstand aufrecht? Nach den Lehren der Entwicklungspsychologie transzendiert eine höhere Ebene die vorangehende und schließt sie gleichzeitig ein. ... Ebenso transzendiert eine wahrhaft transrationale Gruppe jegliche Form rationaler Untersuchung, schließt sie aber andererseits auch in sich ein. Deshalb vertreten transrationale Gruppen gewöhnlich die Ansicht, der Verstand sei notwendig, aber nicht ausreichend. Dem Verstand wird also eine wichtige Rolle zugestanden, deretwegen er geschätzt wird, doch wird er durch andere Arten der Bewusstwerdung ergänzt, die für leistungsfähiger gehalten werden"
Ken Wilber in seinem Buch: Meister, Gurus, Menschenfänger

Der Soka Gakkai Buddhismus:
In Deutschland gibt es von dieser Sekte wahrscheinlich mindestens 5 Zentren und fast 3000 Mitglieder. Wie in diesem Beispiel gut zu erkennen ist, kommen die Opfer von den Ritualen nicht mehr in die reale Welt zurück, bzw. werden diese Rituale zum einzigen Glück und Lebenssinn. Etwas Glück oder auch nur die (berechtigte) Hoffnung auf Glück, macht buddhistische Sucher blind, kritiklos, Gruppenkonform, Meisterkonform und stark abhängig - geistig und körperlich!

"... schätzt sie als 'gefährlich' ein. Keden hat wiederholt Mitglieder betreut, die noch Monate nach ihrem Ausstieg völlig verstört sind, weil sie ohne ihren Meister und das exzessive gemeinsame 'Chanten', das stundenlange Aufsagen bestimmter Meditationstexte, 'einfach nicht mehr klarkommen'."
Joachim Keden, Sektenbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Düsseldorf

Die Neue Kadampa Tradition / NKT:
Tenzin Peljor (Michael Jäckel) wurde 1998 in der NKT (Neuen Kadampa Tradition) ordiniert und verbrachte 6 Jahre in ihrem Umfeld. Heute bezeichnet er die NKT als Sekte. Seinen Ausstieg beschreibt er als nicht leicht.
Den Änfangern wird eingeredet, dass wenn man den (Wurzel-)Lama verlässt, man für lange Zeit in der Hölle weidergeboren wird - so werden bei jedem einzeln unberechtigte Ängste innerlich aufgebaut.

"Wenn man etwas kritisiert oder Fehler sieht, sind das immer die eigenen Projektionen, die beruhen auf der eigenen ‚Unreinheit’. Wäre man 'rein', würde man die Fehler nicht sehen. Das ist sicher einer der besten 'Tricks' in der NKT."
"Die Schüler versammelten sich nicht nur regelmäßig im Zentrum, sondern trafen sich auch privat. Kontakte zu Leuten, die nicht NKT angehörten, wurden wenig gepflegt. Diskussionen fanden kaum statt. Wenn ich eine kritische Frage stellte, herrschte manchmal verständnisloses Schweigen. Die Mitglieder von NKT schienen nicht gern mit Andersdenkenden zusammenzutreffen."
aus dem Interview mit einem ehemaligen Sektenmitglied

Beispiel eines Aussteigers aus einer ZEN-Sekte:
Ich konnte im deutschsprachigen Raum bisher nur einen bekennenden ZEN-Aussteiger finden. Die Dunkelziffer mag höher sein, aber gegenüber anderen buddhistischen Gruppen scheint es beim ZEN weniger Probleme zu geben - aus welchen Gründen auch immer. Das nachfolgende Beispiel ist sehr typisch für die vielen ZEN-Gruppen. Dabei möchte ich sogar unterstellen, dass die Meister und Übungsgruppen diese Intrumente nicht absichtlich einsetzen, sondern, weil man denkt, dass es so sein müsste oder in Ostasien so Tradition wäre. Viele heutige neue ZEN-Schüler werden ganz genau in dieselben Probleme kommen - früher oder später: Ein ZEN-Aussteiger berichtet über einen "Meister".

"Würdenträger, die im (tibetischen) Exil mit sich selber Probleme haben, die also relativ unerleuchtete, autoritäre, um nicht zu sagen: despotische Potentaten sind und die das Vertrauen und die Hingabe westlicher Menschen (besonders Frauen, naturgemäss) ausnützen, gibt es eben leider auch. Umso blumiger kommen ihre Internetauftritte daher ..."
"Wenn traumatisierte tibetische Männer, mönchische Veteranen eines Völkermords, fraglos als Buddhas gelten und als solche hier herumgereicht und abgefeiert werden, und wenn sie sich an diese Rolle klammern, durchaus auch aus materieller Existenzangst und aus machtpolitischem Kalkül, dann wird es also übel."
Buddha Goes West

"Ein Mensch, der das Vertrauen von Schülern ausnützt, um seinem Machtstreben, seinem Geldverlangen oder seinem sexuellen Verlangen Genüge zu tun, ist kein Meister, sondern ein Scharlatan. Dies muss noch nicht einmal in klarer, bewusster Absicht geschehen, sondern es geschieht oft in der Unbewusstheit, die mit dem spirituellen Ego eines solchen Pseudo-Meisters einhergeht. Er ist ein Mensch, der in Gier und Ablehnung und in Nicht-Verstehen verstrickt ist. Und auch er erfährt Leid dabei."
Meister-Schüler Beziehung und die Gefahr des Missbrauchs

Mein Kommentar dazu:
Wahre Menschlichkeit, Freundschaft und Verbundenheit findet man in solchen ZEN-Gruppen nur recht selten. Eine kulturelle und "Glaubensvielfalt" findet man dort nie, sondern nur "Schmalspur-Zen" - genau den Weg den der Meister kennt und vorgibt, mehr eben nicht! Meinungsvielfalt, andere ZEN-Praktiken sind nicht gewünscht, ebenso keine anderen Meister, da sich intolerante Schüler nur auf die lokalen Gegebenheiten fixieren und nur diese als die Besten möglichen halten, aufgrund eben mangelnder Erfahrung und mangelndem Interesse.
Wenn man weder mit den anderen Schülern noch mit dem Meister einmal vernünftig über alles reden kann, dann geht dort bitte ganz schnell wieder fort. Wer Themen ignoriert, Probleme von Anfängern ignoriert, die Welt da drausen ignoriert, macht gar kein ZEN! Seid Ihr Euch dessen Bewusst? ZEN kann als Meditationspraxis geübt werden (z.B. "Christliches" ZEN), ist aber in den meisten Gruppen buddhistischer "Glauben" und damit eine ganz andere Religion, als Europäer sie gewohnt sind oder damit umgehen können. Wer ZEN ernsthaft betreibt, wird meist erst Buddhist und löst dann jegliches Religions- und Gottesverständnis auf - das ist auch ganz genau das Ziel von ZEN. Insofern ist ZEN nicht "fadenscheinig", aber man sollte sich rechtzeitig über ZEN ausführlich informieren und wissen, was man selbst möchte und das nicht dem Zufall oder einem fremden Meister überlassen.

"Und das alles tut man im Namen der Guru-Hingabe. Das ist Fanatismus, weil man sich nicht mehr auf die Lehren bezieht, nicht mehr auf Logik und auf Analyse. Buddha selbst hat gefordert: 'Denke für dich selbst, akzeptiere nicht alles nur aus Respekt.' Aussagen wie: 'Das ist wahr, weil mein Guru es gesagt hat' sind Ausdruck von Totalismus und nicht buddhistisch."
Interview mit Dr. Alexander Berzin von Christine Rackuff

"Auf die Frage: Warum sollte ich mich der Unberechenbarkeit, der Verrücktheit eines spirituellen Lehrers ausliefern?
Empfehle ich die Gegenfrage: Wer sagt denn, daß ich das tun soll? Der Lehrer? Die anderen? Ich selbst? Und was will ich ... damit erreichen?"
Erwachen um jeden Preis?

"Die völlig kritikfreie Akzeptanz von Autorität, wie sie in jedem der rund zehntausend als Familienbetriebe geführten Soto-Tempel Japans üblich ist, wäre für einen in den liberalen USA aufgewachsenen Menschen unvorstellbar."
DIE ZEIT, 06/2002

Der Meisterkult und die Meisterverehrung ist nicht für Europäer geeignet - die Ostasiaten machen dies aus einem ganz anderen Verständnis heraus, das uns i.d.R. nicht möglich ist. Sobald du dich regelmässig vor einem Meister niederwirfst oder ihn mehrfach anbetest, begibst du dich schon in Abhängigkeit. Besser gesagt haftest Du an diesen Ritualen, dem Meister selbst und der ganzen ZEN-Gruppe an. Anhaften ist aber Leiden - so gut solltest du den Buddhismus doch schon kennen, oder? Das ist ein typisches Problem von ZEN-Anfängern und allen "Buddhismusfanatikern": man haftet gerne und freiwillig an diesen fremden Praktikern an und merkt gar nicht, dass das Buddha so gar nicht geraten hat und das man sich dadurch vom ZEN-Ziel noch viel weiter entfernt.

"Sakyamuni jedoch wollte keine Religion gründen; im Gegenteil, er betonte die Nutzlosigkeit religiöser und ritueller Übungen."
Willigis Jäger

Natürlich haben neue Schüler einen "begrenzten Geist", das ist ja auch normal. Aber dafür gibt es ja erfahrene Schüler und den Meister, die in der Lage sein sollten, dir zu helfen und deinem Geist den richtigen Anstoss in die richtige Richtung zu geben. Ist dies nicht der Fall, sind alle nicht erfahren genug und noch zu sehr ihrem Ego verhaftet - erkenne das! Wer sich einer ZEN-Gruppe anschliesst, wird immer individuelle Freiheiten aufgeben mussen, das ist normal für Gruppen. Falls dich deine Gruppen vorsätzlich unter Druck setzt oder zu erpressen versucht - trenne dich ganz schnell von denen, bevor sie es schaffen.
Leider ist es ein absolut falscher und fataler "Glaube", wie auch bei dieser Schülerin, dass der Lehrer/Guru dir den Weg weist. Versuche zu verstehen, dass es im ZEN gar keinen "Weg" gibt und sogar keinen "Meister" - wer sollte dir denn da was zeigen?? Ein Meister, der behauptet dir den Weg oder das Ziel zu zeigen, lügt dich an und nutzt dich aus! Es gibt nichts zu zeigen und gar nichts zu vermitteln - alles kann nur von dir und aus dir selbst heraus erfolgen, eben auch ganz ohne Meister. Dieser "Weg" ist eben nicht für alle Schüler gleich, wie hier unterstellt - der "Weg" kann für jeden Schüler sehr verschieden aussehen, nicht vergleichbar. Wenn du deinen Lehrer erst einmal dein Denken bestimmen lässt, hast DU etwas ganz gravierend falsch gemacht - soweit darf es nie kommen! Diese Beobachtungen sind nicht nur typisch für ZEN, sondern auch für den Buddhismus und andere ostasiatische Lehren.

"Probiert den Guru zwölf Jahre aus, bevor Ihr Euer ganzes Leben für ihn oder sie aufgebt. Zwölf Jahre, nicht nur eine Stunde."
Dalai Lama

"Die erste Stütze besagt, dass man sich nicht auf die Person, sondern auf die Lehre stützen sollte. Selbst wenn eine Person berühmt ist, sollte man nicht alles, was sie sagt, annehmen, nur weil sie berühmt ist.
Die zweite Stüzte besagt, dass man sich nicht auf die Worte, sondern auf deren Bedeutung stützen sollte. ... sollte man Worte annehmen, die zwar nicht schön und poetisch sind, aber einen zutreffenden Inhalt haben."
aus dem Buch Dalai Lama - Einführung in den Buddhismus

"So nahm Stuart Lachs in einem 1994 verfaßten Artikel Beispiele von notorischem Machtmißbrauch in amerikanischen Zen-Zentren zum Anlaß, grundsätzlich über die strukturellen Probleme bei der Vermittlung des Zen von Japan in die USA nachzudenken."

"Der Leiter der Heidelberger AZI-Niederlassung Ralf Halfmann verließ die Organisation nach neun Jahren und rückte sie in seiner im Worldwide Web veröffentlichten Analyse in die Nähe einer Sekte mit ausgeklügelten Mechanismen der Geisteskontrolle und Gehirnwäsche."
Der Weg des Todes

Interessante Links: Ein ZEN-Aussteiger berichtet über einen "Meister".
Hier gibt es Warnhinweise und Kriterien, wie man Sekten (im negativen Sinne) erkennen kann.
Check: Ist es ein seriöser Lehrer?
Hinweise auf beginnende Sektenmitgliedschaft.
Sektierertum und Missbrauch im Buddhismus
Tolerant ist nicht, wer Missstände ignoriert
Die spirituelle Lehrer-Schüler-Beziehung
Werden Sie Guru! Eine Geschäftsidee ...
Buch als PDF-Datei: SEKTEN - Wissen schützt!
Buch als PDF-Datei: Risiken und Nebenwirkungen
Achtung Sekte: Ganden Tashi Choeling e.V. Buddhistische Klosterschule
Über seine Zeit bei der NKT berichtet er ...
Buddha: Fünf Arten falscher Meister ...
Ein guter Lehrer hat nichts zu verbergen
Sektierertum und geistige Manipulation
Problematische Gruppen - ein abstrakter Abriß
Eine ZEN-Aussteigerin warnt vor dem Buddhismus
drei hauptsächlichen Merkmale für Sekten
Buddhismus auf Abwegen
Problembereiche zwischen Lehrer und Gemeinschaften
Mein Anliegen ist es, vor der NKT zu warnen ...
Buddhismus auf Abwegen

"Halte den Intercity-Zug an, der aus Tokyo kommt." Kein Zitat aus einer Postraubstory, sondern ein Zen-Koan mit Konsequenzen. Der Mann, der sich jahrelang vergeblich bemüht hatte, das ihm vom Meister aufgegebene Rätsel zu lösen, warf sich vor den besagten Zug. War das die Lösung des Koans?"
Erwachen um jeden Preis?

"Wenn Du etwas tust, bist Du verantwortlich dafür. Ganz egal wer Dich dazu angestiftet hat, selbst wenn es Gott höchst persönlich war. Das Gesetz von Ursache und Wirkung bietet Dir kein Hintertürchen, durch das Du Dich heraus schleichen kannst. Es ist mir ziemlich egal, was der Große Heilige Mann oder das Große Heilige Buch Dir erzählt, was es für besondere Ausnahmen gibt, oder welches Gericht Dich letztlich freispricht. Du bist immer noch voll verantwortlich, unter allen Umständen, jederzeit, im ganzen Universum, für immer und ewig, Amen!"
Brad Warner: Komm zu uns!

"Ganz oft sind solche Menschen sehr geschickte Manipulatoren, die genau wissen, wie sie ihren Meister anpacken müssen, um ihn dazu zu bekommen, ihnen zu erzählen, dass Gott sie all´ die schlimmen Dinge tun sehen möchte, die sie sich innerlich so sehr herbeisehnen. Manch ein anständiger Lehrer meines Faches läuft einfach weg, wenn er so unter Druck gesetzt wird, und verweigert sich Anhängern jeder Art vollkommen."
Brad Warner: Komm zu uns!

"Jeder Student muss ermutigt werden, verantwortliche Maßnahmen zu ergreifen, um Lehrer mit unethischen Aspekten ihres Verhaltens zu konfrontieren. Zeigt der Lehrer kein Zeichen der Änderung, sollten Studenten nicht zögern, jegliches unethische Verhalten, für das es unwiderlegliche Beweise gibt, öffentlich zu machen. Dies sollte geschehen ohne Rücksicht auf wohltätige Aspekte seiner oder ihrer Arbeit wie auch auf die eigene spirituelle Verpflichtung diesem Lehrer gegenüber."
"Ganz gleich, welchen Grad spiritueller Entwicklung ein Lehrer erlangt hat oder beansprucht erlangt zu haben; keine Person kann über der Norm ethischen Verhaltens stehen."
Offener Brief vom Dalai Lama und 22 westlichen Dharma-Lehrern an die Buddhisten

"Auch der unseriöse Meister projiziert seine individuellen Vorstellungen auf die Person des Schülers, den er dann als "wahren" oder "folgsamen" Schüler ansieht, wenn dieser unkritisch seinen Anweisungen folgt. Wie bereits beschrieben muß sich jeder ernsthafte Meister eingestehen, daß eine derartige Abhängigkeit zwischen Lehrer und Schüler beiden Seiten schadet und dem spirituellen Ziel der kontinuierlichen persönlichen Befreiung, die durch den Abbau innerer Zwänge gekennzeichnet ist, zuwiderläuft."
Manipulationen