Mein
ZEN-Spruch  
des Tages:

Manuela Dunn Mascetti


Dass es keinen Lehrer gibt, ist eine der wichtigsten Lektionen im ZEN: Es kann nicht gelehrt werden. Wir können es nur durch eigene Erfahrung ... erlangen.

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Wie praktiziert man ZEN-Buddhismus ???

"Meditation im Handeln ist der Meditation im Stillsitzen milliardenfach überlegen."
ZEN-Meister Hakuin

"Für Issan Dorsey jedoch, der mittlerweile selbst Schüler hatte, fand buddhistische Praxis nicht hauptsächlich auf dem Kissen statt, sondern in der Welt, im Kontakt mit sozial Benachteiligten, Ausgegrenzten, Kranken und Sterbenden."
ZEN-Buch In Tau gekleidet

ZEN praktizieren - ZEN-Meditation ?
Der grosse und bekannte ZEN-Meister Hakuin hat schon früh darauf hingewiesen, dass nicht die Meditation zählt, sondern das Handeln im Alltag! Meditation ist nur "Theorie", aber das Leben und Handeln im Alltag, das ist die Praxis.
ZEN wird meist gerne mit "Meditation" gleich gesetzt (was vom Wortstamm her korrekt ist), was letztendlich aber inhaltlich nicht vollständig korrekt ist, da ZEN-Buddhismus eine Religion oder zumindest eine Lebensphilosophie ist. Eine ZEN-Meditationsmethode ist z.B. das "Zazen". Dies üben z.B. Krieger, Soldaten, Massenmörder, Christen, Fanatiker, Unternehmer, Manager, ... - eben jeder der das möchte. Nur die meisten dieser Personen folgen eben nicht Buddha und seiner Lehre nach. In der Menüleiste links, stelle ich Informationen über die Meditation da. Auf genau dieser Seite werde ich aber anreissen, wie ein ZEN-Buddhist Buddha nachfolgen kann - also wie man auch als ZENni im Sinne Buddhas lebt. Wie praktiziere ich in meinem Leben ZEN und wie lasse ich mich auf den ZEN-Weg wirklich auch ein?

"Zen ist nichts Spirituelles - Zen wird mit dem Körper praktiziert.
Satori vollzieht sich nicht in deinem Kopf. Satori wird mit dem Körper ausgeübt. Es bedeutet, sich in der Haltung Buddhas zu üben. Was sich "spirituell" nennt, ist nur mit Vorsicht zu genießen. Zen-Praxis muss beim Körper anfangen. Der Geist drückt sich im Körper aus - oder besser gesagt: In der Lebenseinstellung."
Sawaki Kôdô Rôshi

Der bekannte ZEN-Abt Kodo Sawaki, eine Ikone des Soto-Zen, betont im obigen Zitat noch einmal diesen Aspekt. Die Erleuchtung ist nichts auf dem Meditationskissen, sondern etwas, das sich in Deiner Lebenseinstellung und Deinem Handeln zeigt.

"Offensichtlich können auch Menschen, die Jahrzente Zazen geübt haben, komplette Arschlöcher ohne irgendeine Ahnung von der Realität sein, und nichts sinnvolles zu sagen haben. Das geschieht, wenn Leute die Zeit auf ihrem Kissen dazu nutzen, immer tiefer in ihre eigenen Verblendungen abzutauchen, und wenn diese Täuschungen von schlechten Lehrern noch verstärkt werden."
ZEN-Meister und Dharma-Nachfolger Brad Warner

Was kommt aus der ZEN-Meditation an positiven Auswirkungen für den Alltag ?
Das vorherige Zitat von einem ZEN-Meister bringt es auf die Spitze: die einen meditieren und bleiben schlechte Menschen und die anderen meditieren und werden bessere Menschen - also an der Meditation alleine liegt das wohl kaum. Wenn wir nicht aus jeder Meditation positive Ergebnisse für unseren Alltag gewinnen können, war die Meditation reine Zeitverschwendung.
Es gibt immer wieder Aussagen wie: ich brauche doch die Meditation oder ich bin so glücklich in der Meditation. Was hat man von diesen künstlichen und begrenzten Glück, wenn man anschliessend wieder in den Alltag kommt, Probleme mit dem Partner hat, mit dem Arbeitgeber oder den Nachbarn? ZEN vermittelt kein begrenztes und künstliches Glück auf dem Meditationskissen, sondern das dauerhafte Glück im Alltag ...

Wie wirkt sich der Alltag auf die ZEN-Meditation aus ?
Viele ZENnis erzählen gross, dass sie schon lange Jahre meditieren und langsam merken, wie sich (unterstellt) durch die Meditation ihr Leben langsam verändert. Das mag durchaus sein und ist auch ein möglicher Weg der gangbar ist. Aber in den Anfängen des ZEN in China war es genau umgekehrt. Der ZEN-Interessent musste erst einmal nachweisen, dass er ein ethisches Leben in Sinne Buddhas leben konnte - also hier kam die Praxis vor der Meditation. Erst danach durfte der ZEN-Interessent auch mit der Meditation beginnen - das war eine ganz entscheidende Reihenfolge, welche heute verloren gegangen ist und damit Probleme nach sich zieht.

"Es kommt nicht von ungefähr, dass der Buddha seinem „Training" einen bestimmten Aufbau und den Übungen eine bestimmte Reihenfolge gegeben hat ... Meditation steht also nicht am Anfang, sondern die dazu notwendigen Voraussetzungen, um Meditation wirklich fruchtbar werden zu lassen. Viele westliche Buddhisten wollen lieber „gleich zum Kern der Sache kommen" und ignorieren oft ihren tatsächlichen Entwicklungsstand. Ihre Zeit auf dem Kissen ist dann nicht selten eine „Pseudo-Meditation"."
Alfred Weil

Ein Beispiel dazu: Du beobachtest in ZEN-Meditation, wie bei Dir einfach keine Gedankenstille aufkommen will - statt dessen kommen immer wieder ärgerliche Gedanken auf, Wut, Angst, ... Wenn Du jetzt in Deinem Alltag richtig gehandelt hättest in der richtigen Motivation, hättest Du diese Gedanken in der Meditation erst gar nicht. Nun kommen ZENnis auf die Idee diese Gedanken noch unterdrücken zu wollen, weil man ja das Ideal der Gedankenlosigkeit erreichen möchten. Das ist nun ein gravierender Fehler, weil es darum geht, eben "richtig zu handeln", damit solche Gedanken in Meditation ausbleiben.
Und genau das ist eben "der Weg der Praxis", durch tägliches Üben, durch Üben in jedem Augenblick, die Konditionierungen ablegen (de-konditionieren) und zu einem erwachten Leben finden. Die Meditation ist nur das Ergebnis Deines Handelns und Deiner Ethik. Hast Du in der Meditation Probleme, dann frage Dich, was in Deinem Alltag bei Deinen Handlungen noch nicht stimmt ...

"Und der Grad deiner Erleuchtung kann an deinen Handlungen gemessen werden."
Roshi Glassman in einem Interview

Wie sollte ein ZEN-Buddhist handeln ?
Auch das ist kein Geheimnis - es wurde von Buddha überliefert. Im "Dreikorb" ist Buddhas Lehre festgehalten, dort stehen auch die Moralvorstellungen und Handlungsanweisungen Buddhas, welche auch im Mahayana-Buddhismus und damit auch im ZEN gültig sind.
Ich möchte hier nur wenige Konzepte beispielhaft heraus greifen.
Der Mittlere Weg: bleibe ausgewogen und verfalle in keine Extreme. Meide die beiden Extrempole und gehe den goldenen Mittleweg.
Handle als wären alle Lebewesen EINS: Im Buddhismus ist diese Einheit und die Reduktion des persönlichen Egoismus eine ganz wichtige Sache. Es zählt weniger das was Du konkret tust, sondern ganz entscheident, warum DU es tust und aus welcher Motivation heraus. Handelst Du um Deinem Ego zu schmeicheln, es zu stärken und zu vermehren oder handelst Du um einem Mitmenschen oder einem Tier zu helfen?
Häufiger kommt an dieser Stelle der Einwand, dass man ja dann nur noch sehr abstinent, sehr eingeschränkt leben kann. Das ist eine Meinung von ZENnis, welche sich noch nicht ausreichend auskennen. ZEN ist etwas für echte Genieser (es gibt sogar Geniesser-ZEN)!! Ein ZENni kann in allem schwelgen und alles geniessen ... solange es nicht auf Kosten von anderen Lebewesen geht. ZEN ist Lebensgenuss und Lebensfreude pur - wer den ZEN-Weg geht und das noch nicht erkannt hat, ist nicht weit gekommen oder gar auf dem falschen Weg.

"Außerdem ist die tägliche Arbeit im Zen Teil der Übung. Ich war verschiedentlich in anderen Meditationszentren, da hatte der Koch keine Helfer, weil alle Teilnehmer mit der spirituellen Praxis beschäftigt waren. Sie waren der Meinung, sie seien da, um spirituelle Arbeit zu verrichten, nicht um abzuwaschen."
ZEN-Meister Edward Espe Brown

ZEN-Arbeit ...
Das Zitat von oben zeigt es auf, jede Arbeit im Alltag muss zur ZEN-Arbeit werden, sonst bist Du nicht auf dem ZEN-Weg. Zu unterscheiden, dass Meditation "wichtiger" wäre als abzuwaschen, zeugt nur von Unkenntniss ... im Buddhismus und ZEN. ZEN wird eben nicht nur als Methode auf dem Meditationskissen praktiziert, sondern in jedem Moment und bei jeder Arbeit. Wer hier Unterschiede macht, ist schon längst nicht mehr auf dem ZEN-Weg ...

Resume:
Das Leben im Moment, die Entscheidungen im Moment und das Geniessen im Moment sind das entscheidende im ZEN. Meditation ist eine gute Unterstützung für den ZEN-Weg und für viele notwendig, aber eben kein Selbstzweck. Der Gradmesser muss immer sein: wie lebst Du Dein Leben, wie leidvoll ist es noch?

"Lange Zeit in sitzender Haltung auszuharren, führt zu nichts anderem als einer Störung des Körpers ohne irgendeinen Nutzen für den Geist."
Günter Weber

"Ich habe Hühner wochenlang sitzen sehen, und meiner Meinung nach wurde keines je erleuchtet."
Fred von Allmen

Interessante Links: Achtsamkeit bei der Zen-Einkehr pflegen kann, aber noch weit mehr davon beim Kaffeekochen notwendig ist ...
Worauf kommt es mehr an - Meditation oder achtsame Lebensführung?



"Das Leben ist ein Mysterium; lebe es, interpretiere es nicht. In dem Moment, in dem man es interpretiert, geht man fehl."
Dr. Vijai Shankar

"Es geht darum, dieses Wechselspiel zu erlernen: Man erarbeitet sich eher in einem geschützten Rahmen wie auf einem Retreat bestimmte Qualitäten. Dann ist es genauso wichtig, zu lernen, die gewonnenen Fähigkeiten, Einsichten und Qualitäten in das eigene Alltagsleben einzubringen."
Hans Gruber im Interview mit DARE